Der monatelange Vertragspoker zwischen dem FC Bayern und Dayot Upamecano ist zwar sportlich vor dem Abschluss, die Diskussionen rund um das Vorgehen des Rekordmeisters reißen jedoch nicht ab. In Fußball-Deutschland sorgt die Causa weiter für Verwunderung – auch, weil sich die Verhandlungen über Monate hinzogen und zeitweise Züge annahmen, die viele Beobachter nicht mit dem Selbstverständnis des FC Bayern in Einklang bringen.
Nun hat sich auch Ex-Bundesliga-Manager Heribert Bruchhagen zu Wort gemeldet – und dabei kein Blatt vor den Mund genommen. Der frühere Frankfurt- und HSV-Boss zeigte sich im Gespräch mit Sky irritiert über das Verhalten aller Beteiligten, insbesondere über die lange Hängepartie rund um den französischen Nationalspieler.
Bruchhagen kritisiert fehlende Konsequenz
Für Bruchhagen steht fest, dass der FC Bayern als Top-Klub eine deutlich klarere Linie hätte fahren müssen. „Der FC Bayern ist ein Top-Verein, von dem geht man doch nicht weg“, stellte der 77-Jährige unmissverständlich klar. Aus seiner Sicht habe es in solchen Fällen keinen Spielraum für endlose Nachverhandlungen gegeben.
Bruchhagen schilderte dabei seine eigene Herangehensweise aus Managerzeiten: „Bei mir gab es kein Nachverhandeln, wenn wir ein Angebot gemacht haben. Wenn man nachverhandelt, dann hätte es nur ein schlechteres Angebot gegeben, kein besseres.“ Genau diese Konsequenz habe den Spielern frühzeitig klare Grenzen aufgezeigt.
„Da hätte ich die Geduld verloren“

Besonders kritisch sieht Bruchhagen die Dauer und das öffentliche Theater rund um Upamecano. „Dieses Theater, da hätte ich die Geduld verloren. Da hätte ich gesagt, der soll abhauen“, so das deutliche Urteil des früheren Bundesliga-Managers. Für ihn sei entscheidend, dass Vereine ihre Prinzipien konsequent durchziehen, um ihre Verhandlungsposition nicht zu schwächen.
Gleichzeitig räumte Bruchhagen ein, dass die Bayern am Ende ihre Gründe für den eingeschlagenen Weg haben dürften. „Aber es ist anders gekommen und die Bayern werden schon wissen, was das Richtige ist“, relativierte er seine harte Kritik abschließend.
