Beim FC Bayern ist das Thema Handgeld längst kein Tabu mehr. Während andere europäische Topklubs bei Vertragsverlängerungen zunehmend auf eine harte Linie setzen, zeigen sich die Münchner bemerkenswert großzügig. Innerhalb von einem Jahr hat der deutsche Rekordmeister nahezu 100 Millionen Euro an sogenannten Signing Fees genehmigt – eine Summe, die selbst im internationalen Vergleich auffällt.
Handgelder gelten im modernen Profifußball als etabliertes Instrument, vor allem bei ablösefreien Transfers. Sie ersetzen dort faktisch die klassische Ablösesumme. Doch der FC Bayern geht seit geraumer Zeit einen Schritt weiter und honoriert auch Vertragsverlängerungen bestehender Profis mit hohen Bonuszahlungen – ein Ansatz, der intern für Zufriedenheit sorgt, extern aber zunehmend kritisch beäugt wird, wie der kicker berichtet.
Bayern fahren bewusst einen anderen Kurs als Real Madrid
Ein Blick nach Spanien verdeutlicht den Kontrast. Real Madrid, lange Zeit selbst bekannt für große Deals und üppige Verträge, zeigt sich bei Verlängerungen inzwischen deutlich restriktiver. Wie der kicker aus Spanien erfahren hat, verweigerten die Verantwortlichen Vinícius Júnior zuletzt konsequent ein gefordertes Handgeld in Höhe von 20 Millionen Euro. Die klare Botschaft der Königlichen: Entweder der Spieler verlängert zu den angebotenen Konditionen – oder er muss den Klub verlassen. Selbst bei einem Superstar wie dem Vinícius Júnior wich die Klubführung nicht von dieser Linie ab.
Ganz anders die Situation an der Säbener Straße. Der FC Bayern belohnt Loyalität und langfristige Bindung weiterhin finanziell. Alphonso Davies, Jamal Musiala und Joshua Kimmich erhielten im vergangenen Jahr bei ihren Verlängerungen jeweils üppige Signing Fees. Auch bei externen Neuzugängen wie Jonathan Tah, Tom Bischof oder Jonas Urbig griff der Klub tief in die Tasche.
Upamecano als nächstes Puzzlestück der Millionenrechnung
In diese Reihe fügt sich nun auch Dayot Upamecano ein. Im Zuge der bevorstehenden Vertragsverlängerung des französischen Nationalspielers ist von einem Handgeld in Höhe von mindestens 15 Millionen Euro die Rede. Ob diese Summe als Einmalzahlung oder gestreckt über die Vertragslaufzeit ausgezahlt wird, ist derzeit noch offen. Fest steht jedoch: Sollte Upamecano den Vertrag bis 2030 unterschreiben, würde sich die Gesamtsumme der genehmigten Handgelder innerhalb eines Jahres auf knapp 100 Millionen Euro belaufen.
Damit zählen die Bayern europaweit zu den großzügigsten Arbeitgebern im Spitzenfußball. Während viele Topklubs versuchen, das Gehaltsgefüge zu stabilisieren und Zusatzkosten zu vermeiden, hat sich das Handgeld beim FC Bayern offenkundig als festes Instrument der Kaderpolitik etabliert. Ob diese Strategie langfristig finanzielle Vorteile bringt oder neue Abhängigkeiten schafft, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: In München wird Loyalität nicht nur sportlich, sondern auch finanziell belohnt.
