Nächste Kampfansage! Hoffenheim will die Bayern weiter ärgern

Vjekoslav Keskic

Der FC Bayern ist Tabellenführer, hat Qualität auf Weltklasse-Niveau – und bekommt dennoch erneut Gegenwind aus der Bundesliga. Dieses Mal kommt die Kampfansage nicht aus Dortmund, sondern aus Hoffenheim. TSG-Leistungsträger Grischa Prömel hat vor dem direkten Duell in der Allianz Arena klare Worte gefunden und unmissverständlich deutlich gemacht, dass sich die Kraichgauer nicht mit der Rolle des Statisten zufriedengeben wollen.

Im Gespräch mit Sky blickte der 31-Jährige nicht nur auf das Spiel am kommenden Sonntag, sondern nahm direkt das gesamte Meisterrennen in den Fokus. Die Botschaft: Hoffenheim möchte dranbleiben – sportlich wie mental. „Wir hoffen, dass wir es spannend machen können“, erklärte Prömel und brachte damit genau das Szenario auf den Punkt, das der FC Bayern nach zuletzt zwei sieglosen Ligaspielen unbedingt vermeiden will.

Zwischenzeitlich habe es in dieser Saison so ausgesehen, als würden die Bayern der Konkurrenz früh enteilen und souverän Richtung Meistertitel marschieren, räumte Prömel ein. Doch genau dieser Eindruck habe sich zuletzt relativiert. Augsburg und der Hamburger SV haben vorgemacht, dass der Rekordmeister durchaus verwundbar ist – vor allem dann, wenn Intensität, Laufbereitschaft und Überzeugung stimmen.

„Ich bin ein Fan davon, wenn es möglichst lange spannend bleibt“, sagte Prömel weiter. Das ist mehr als nur eine Floskel. Fünf Siege in Serie, Vereinsrekord nach 20 Spieltagen und der Status als formstärkstes Team der Liga geben der TSG aktuell allen Grund zur Zuversicht. Mit breiter Brust reisen die Hoffenheimer nach München – und mit dem festen Glauben, dort bestehen zu können.

„Wir werden alles tun, um es am Leben zu halten“

Besonders bemerkenswert ist der Anspruch, den Prömel offen formuliert. Seine Worte richten sich nicht nur an die eigenen Fans, sondern auch an alle, die sich ein echtes Meisterrennen wünschen. „Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um das am Leben zu halten“, versprach der Mittelfeldspieler – eine klare Ansage an den FC Bayern.

Dabei verkennt Prömel keineswegs die Qualität des Tabellenführers. Der Kader der Münchner sei gespickt mit Weltklassespielern, die teilweise „in einer eigenen Liga“ agieren würden. Genau deshalb sei es umso wichtiger, sich nicht zu verstecken. Hoffenheim sei in diesem Jahr noch ungeschlagen, betonte er – und genau dieses Selbstverständnis soll auch in der Allianz Arena auf den Platz gebracht werden.

Bayern unter Zugzwang

Aus Münchner Sicht kommt diese Ansage zur Unzeit. Nach der Niederlage gegen Augsburg und dem Remis in Hamburg ist der Vorsprung auf Borussia Dortmund bereits auf sechs Punkte geschrumpft. Hoffenheim folgt mit neun Zählern Rückstand und könnte mit einem Erfolgserlebnis in München den Druck weiter erhöhen – nicht nur tabellarisch, sondern auch psychologisch.

Ob die Zuversicht der TSG berechtigt ist, wird sich am Sonntag ab 17:30 Uhr zeigen. Klar ist aber schon jetzt: Der FC Bayern bekommt es mit einem Gegner zu tun, der an sich glaubt, mutig auftritt und das Titelrennen bewusst offenhalten will. Und genau das hat in dieser Bundesliga-Saison bereits mehrfach gereicht, um den Rekordmeister ins Wanken zu bringen.

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