Der Gedanke allein sorgte jahrelang für Schlagzeilen: Cristiano Ronaldo im Trikot des FC Bayern. Immer wieder wurde über ein mögliches Engagement des Weltstars in München spekuliert, besonders als sich seine Zeit bei Manchester United 2022 dem Ende zuneigte. Nun hat Thomas Müller rückblickend eingeordnet, warum dieses Szenario zwar sportlich reizvoll, am Ende aber kaum realistisch gewesen wäre.
Aus Sicht von Thomas Müller steht außer Frage, dass Ronaldo dem FC Bayern auf dem Platz hätte helfen können. „Ronaldo bei Bayern hätte sportlich funktionieren können. Zu dem Zeitpunkt war er schon der reine Torjäger und hätte mit Sicherheit seine Tore gemacht“, erklärte der heutige MLS-Profi im Gespräch mit der Sport BILD.
Gerade in einer Mannschaft, die über Jahre hinweg konstant Chancen kreiert, wäre der Portugiese mit seiner Abschlussstärke ein logischer Abnehmer gewesen.
Tatsächlich soll Ronaldo damals über sein Management Interesse an einem Wechsel zum deutschen Rekordmeister signalisiert haben. Berichten zufolge kam es sogar zu einem Treffen zwischen seinem Berater Jorge Mendes und dem damaligen Bayern-Vorstandsvorsitzenden Oliver Kahn. Ein konkreter Transfer entwickelte sich daraus jedoch nie.
Unter Kompany wäre es wohl gescheitert

Entscheidend ist für Müller jedoch weniger die individuelle Klasse Ronaldos als vielmehr die Frage nach der taktischen Einbindung. „Ob er sich auch in die Mannschaft und den Spielstil hätte integrieren können, wäre auf den Trainer angekommen“, so Müller. Unter dem heutigen Bayern-Coach Vincent Kompany sieht der Weltmeister von 2014 dabei klare Grenzen. „Sagen wir mal so: Unter dem Spielstil von Kompany hätte es wohl nicht funktioniert, weil da elf Mann in beide Spielrichtungen füreinander arbeiten.“
Gerade diese kollektive Ausrichtung, die Kompany dem FC Bayern verpasst hat, gilt als Fundament des aktuellen Erfolgs. Laufbereitschaft, Gegenpressing und defensive Mitarbeit aller Spieler sind zentrale Elemente. Ein auf maximale Effizienz im Strafraum fokussierter Superstar wie Ronaldo hätte sich in dieses Konzept nur schwer einfügen lassen.
Am Ende entschied sich Ronaldo bekanntlich für einen Wechsel nach Saudi-Arabien zu Al-Nassr, wo er seit 2023 auf Torejagd geht. Für den FC Bayern blieb das Thema ein Gedankenspiel – eines, das laut Müller zwar sportlich Charme hatte, im Kontext der heutigen Spielidee aber kaum realisierbar gewesen wäre.
