Der Wechsel von Bryan Zaragoza zur AS Rom wirkte nach außen wie ein klassischer Leihdeal auf den letzten Metern. Hinter den Kulissen jedoch entwickelte sich der Transfer zu einem der kompliziertesten Verhandlungspokers rund um den Deadline Day – nicht zuletzt, weil der FC Bayern konsequent auf seine Interessen pochte und damit zeitweise alles aufs Spiel setzte.
Die Ausgangslage war ohnehin komplex. Zaragoza stand beim FC Bayern unter Vertrag, war an Celta Vigo verliehen und sollte nun weiter nach Rom ziehen. Celta hatte klare finanzielle Vorstellungen, die AS Rom war bereit, diese zu erfüllen, und zunächst schien der Weg frei. Doch dann meldeten sich die Bayern noch einmal deutlich zu Wort.
Christian Falk schildert im BILD-Podcast Bayern Insider, wie spät die Situation zu kippen drohte: „Dann kamen die Bayern noch um die Ecke und wollten eigentlich auch noch einmal so eine Zwischenprämie.“ Eine zusätzliche Transfergebühr, die in der ursprünglichen Konstruktion nicht vorgesehen war – und die den Deal ins Wanken brachte.
Bayern setzt Grenzen – auch auf die Gefahr hin, alles zu verlieren

Aus Sicht der Münchner war das Vorgehen konsequent. Der Rekordmeister wollte vermeiden, bei einem weiteren Leihgeschäft wirtschaftlich leer auszugehen. Statt lediglich zuzuschauen, wie Zaragoza anderswo Spielpraxis sammelt, bestand man auf einer klaren finanziellen Beteiligung – selbst wenn dies bedeutete, den fast abgeschlossenen Wechsel zu gefährden.
„Das hat die Sache dann noch einmal zeitweise sehr, sehr kompliziert gemacht“, betont Falk. Vor allem für den Spieler wurde die Hängepartie zur Belastung. „Ich glaube, der arme Bryan hat ganz schön geschwitzt“, so Falk weiter.
Am Ende zahlte sich die harte Linie der Bayern aus. Rom lenkte ein, die Leihe kam zustande – und zwar zu verbesserten Konditionen. Entscheidend ist vor allem die vereinbarte Kaufpflicht, die bei sportlichem Erfolg greift. Falk erklärt die Details: „Die Kaufpflicht tritt bei 50 Prozent der Einsätze ein und eine Europapokal-Qualifikation reicht schon.“
Damit haben die Münchner nicht nur die Kontrolle über Zaragozas Zukunft behalten, sondern auch eine realistische Perspektive auf einen lukrativen Verkauf geschaffen. Heiko Niedderer ordnet den Deal entsprechend ein: Bayern könne „am Ende sogar mehr profitieren, als wenn er bei Celta Vigo geblieben wäre“.
Sportliche Perspektive als Schaufenster
Auch sportlich ergibt der Wechsel für alle Seiten Sinn. Zaragoza erhält bei der AS Rom deutlich bessere Chancen auf regelmäßige Einsatzzeiten. Niedderer betont: Der Spanier wolle sich „für größere Aufgaben empfehlen“ und sehe Rom als ideales Schaufenster.
Für Bayern wiederum ist klar: Spielpraxis steigert den Marktwert. Gerade bei einem Spieler, der in München nie richtig ankam, ist das ein entscheidender Hebel.
