Der FC Bayern hat am allerletzten Drücker des Winter-Transferfensters noch einmal Bewegung in seinen Kader gebracht – allerdings nicht mit einem Neuzugang, sondern mit einem Abgang. Sacha Boey verlässt den deutschen Rekordmeister auf Leihbasis und kehrt bis zum Saisonende zu seinem Ex-Klub Galatasaray Istanbul zurück. Ein Deal, der bei vielen Anhängern der Münchner weniger für Erleichterung als vielmehr für Kopfschütteln sorgt.
Der 25-jährige Franzose stand schon seit Monaten auf der internen Streichliste. Sportlich konnte Boey die Erwartungen in München nie erfüllen. Hinzu kamen übereinstimmenden Meldungen zufolge, wiederkehrende Disziplinlosigkeiten, die ihn bei Cheftrainer Vincent Kompany zunehmend in Ungnade fallen ließen. In den vergangenen Wochen wurde der Rechtsverteidiger mit zahlreichen Vereinen in Verbindung gebracht, letztlich entschied er sich für den Weg zurück in die Türkei – an eine alte Wirkungsstätte, bei der er einst seinen Durchbruch feierte.
Ein Abgang mit Ansage – aber schlechtem Timing
Die Leihe ist zunächst bis zum Ende der laufenden Saison angesetzt. Wie Sky berichtet, sicherte sich Galatasaray zudem eine Kaufoption in Höhe von 15 Millionen Euro für den kommenden Sommer. Auf dem Papier wirkt der Deal sauber, sportlich nachvollziehbar – zumindest isoliert betrachtet. Doch genau hier setzt die Kritik vieler Bayern-Fans an.
Denn der Zeitpunkt des Abgangs sorgt für erheblichen Unmut. Der FC Bayern geht ohnehin mit einem sehr dünn besetzten Kader durch die Rückrunde, besonders auf der rechten Abwehrseite. Krankheits- und verletzungsbedingt musste Vincent Kompany zuletzt mehrfach improvisieren, zeitweise sogar Spieler positionsfremd einsetzen. Ausgerechnet in dieser Phase einen Außenverteidiger abzugeben, erscheint vielen Anhängern als unnötiges Risiko.
Wir werden uns an einem gewissen Punkt der Saison fragen warum wir immer noch ersatzlos Spieler abgeben haben aber ey, müssen wir wieder den harten Weg lernen.
Letztes Jahr hat ja nicht ausgereicht.
Alles für die paar plus Euro in der Kasse vom Vorstand. https://t.co/CcFv7K5ddU— ʟ ᴜ ᴄ ᴀ (@blazedouble2) February 5, 2026
„Alles für die paar Euro…“
Entsprechend deutlich fällt die Reaktion in den sozialen Netzwerken aus. „Wir werden uns an einem gewissen Punkt der Saison fragen, warum wir immer noch ersatzlos Spieler abgeben haben“, schreibt X-User Luca und ergänzt sarkastisch: „Alles für die paar Euro in der Kasse vom Vorstand.“ Ein anderer Fan bringt die Zerrissenheit vieler Anhänger auf den Punkt: „Angesichts der Kadergröße weiß ich nicht, ob ich mich freuen oder ärgern soll.“
Vor allem die finanziellen Rahmenbedingungen des Deals sorgen für zusätzliche Kritik. Der FC Bayern kassiert für die Leihe lediglich eine Gebühr von rund 500.000 Euro. Dazu kommt die Einsparung des Gehalts von Boey, das sich für die Rückrunde auf etwa 1,75 Millionen Euro beläuft. Summen, die aus Sicht vieler Fans in keinem Verhältnis zum sportlichen Risiko stehen.
„Komplett sinnlos“, lautet ein weiteres Fazit aus der Fan-Community. „Wir sparen kaum Gehalt, verkleinern den Kader und das für eine Kaufoption, die Galatasaray sehr wahrscheinlich ohnehin nicht ziehen wird – und dann kommt er im Sommer zurück.“
Unabhängig davon, dass Boey sportlich nie wirklich angekommen ist und intern offenbar keine Zukunft mehr hatte, bleibt der Beigeschmack. Mitten in der Saison einen Spieler abzugeben, ohne adäquaten Ersatz zu verpflichten, auf einer ohnehin problematischen Position, wirkt für viele Anhänger nicht durchdacht.
