Mannschaft der Stunde: Wird Hoffenheim zum nächsten Stolperstein für Bayern?

Vjekoslav Keskic

Der FC Bayern steht vor einer der anspruchsvollsten Aufgaben der laufenden Bundesliga-Saison. Mit der TSG Hoffenheim gastiert am Sonntag nicht nur der Tabellendritte in der Allianz Arena, sondern auch die aktuell formstärkste Mannschaft der Liga. Fünf Siege in Serie, 42 Punkte nach 20 Spieltagen und damit die beste Hoffenheimer Saisonbilanz der Vereinsgeschichte sprechen eine klare Sprache.

Selbst gegnerische Trainer zeigen sich beeindruckt. „Wenn man nicht Gegner der TSG ist, macht es Spaß, sie anzuschauen“, staunte zuletzt Steffen Baumgart. Worte, die verdeutlichen, in welcher Verfassung sich das Team von Christian Ilzer derzeit befindet – und warum die Münchner nach zuletzt zwei Spielen ohne Sieg gewarnt sind.

Hoffenheims Intensität trifft auf Bayerns Dominanz

Die Spiele gegen Augsburg und den Hamburger SV haben gezeigt, wie der FC Bayern derzeit zu knacken ist. Wer den Rekordmeister ärgern will, muss bereit sein, mehr zu laufen, mehr zu investieren und über 90 Minuten maximal intensiv zu bleiben. Genau hier liegt die große Stärke der TSG Hoffenheim.

Zwar spulen die Bayern ligaweit die meisten Kilometer ab, doch Hoffenheim folgt mit durchschnittlich 123,4 Kilometern pro Spiel nur knapp dahinter. Entscheidender noch: Die TSG ist das sprint- und intensivstärkste Team der Bundesliga. Unter Christian Ilzer hat sich Hoffenheim von einer spielstarken Mannschaft zu einem echten Hochleistungs-Kollektiv entwickelt, das Tempo, Laufbereitschaft und taktische Disziplin vereint.

Spieler wie Vladimir Coufal, aktuell der laufstärkste Akteur der Liga, oder Grischa Prömel, der im Schnitt auf 13,5 Kilometer pro Einsatz kommt, stehen sinnbildlich für diesen Ansatz. Die Kraichgauer arbeiten nicht nur viel, sie arbeiten effizient – und genau das macht sie für Bayern so unangenehm.

Kramaric liebt die Bühne gegen den Rekordmeister

Andrej Kramaric
Foto: IMAGO

Von der intensiven Arbeit seiner Mannschaft profitiert vor allem einer, der gegen den FC Bayern regelmäßig zur Höchstform aufläuft: Andrej Kramaric. Der 34-Jährige ist Top-Torschütze des Kalenderjahres 2026 und kommt in dieser Saison bereits auf acht Treffer. Gegen keinen anderen Gegner traf der Kroate in seiner Karriere so häufig wie gegen den Rekordmeister.

Noch vor einem Jahr musste Kramaric mit Hoffenheim eine deutliche 0:5-Niederlage gegen die Münchner hinnehmen. Die Vorzeichen haben sich jedoch komplett gedreht. „Alles läuft perfekt, wir spielen tollen Fußball und haben eine tolle Gruppe mit super Energie“, betont der Offensivspieler – und blickt dem Duell in München mit spürbarer Vorfreude entgegen. Teamkollege Prömel bringt es auf den Punkt: „Andrej Kramaric kann Spiele entscheiden.“

Seit 2017 gewann nur Borussia Mönchengladbach häufiger gegen den FC Bayern als Hoffenheim. Als Mannschaft der Stunde könnte Hoffenheim sogar bis auf sechs Punkte an den Tabellenführer heranrücken.

Die entscheidende Frage lautet daher weniger, ob Hoffenheim den FC Bayern ärgern kann. Sondern vielmehr: Sind die Bayern nach den jüngsten Rückschlägen bereit für diese Hoffenheimer Wucht?

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