Luka Vuskovic ist eines jener Talente, bei denen man sich in München heute unweigerlich die Frage stellt, ob man nicht zu vorsichtig gewesen ist. Der Innenverteidiger, der mittlerweile zu den spannendsten Defensivhoffnungen Europas zählt, wurde dem FC Bayern früh angeboten – zu Konditionen, die aus heutiger Sicht fast schon absurd günstig wirken.
Im Februar 2023 lag Vuskovic erstmals auf dem Tisch der Bayern-Scouts. Damals war der Kroate gerade einmal 15 Jahre alt, ein nahezu unbeschriebenes Blatt auf höchstem Niveau. Dennoch war das Preisschild überschaubar. „Er wäre für drei Millionen plus zwei Millionen an Boni zu haben gewesen“, verrät Christian Falk im BILD-Podcast Bayern Insider.
Für einen Klub wie den FC Bayern schien dies zunächst eine klassische Wette auf die Zukunft zu sein – mit entsprechendem Risiko. Intern entschied man sich jedoch gegen den Transfer. Der Grund lag weniger im finanziellen Rahmen als in der sportlichen Bewertung.
Skepsis im Scouting – und ein folgenschweres Urteil

Besonders brisant: Die Ablehnung basierte offenbar auf einer internen Einschätzung, die heute kritisch betrachtet wird. Falk schildert, wie der damalige Tenor lautete: Der Spieler sei „zu arrogant am Ball“, passe nicht in das Profil, das man sich für die eigene Defensive vorstellte.
Eine Einschätzung, die sich im Nachhinein als mindestens diskussionswürdig erwiesen hat. Denn während Bayern zögerte, schlug die Konkurrenz zu – und zwar deutlich entschlossener.
Real Madrid hatte den Verteidiger früh auf dem Zettel und soll zeitweise sogar ein Angebot über rund zwölf Millionen Euro abgegeben haben. Am Ende machte jedoch Tottenham Hotspur das Rennen. Die Spurs investierten rund 15 Millionen Euro – ein klares Signal, dass man an das enorme Potenzial des Youngsters glaubte.
Seither nahm seine Entwicklung spürbar Fahrt auf. Durch Leihstationen hat er seinen Marktwert mittlerweile auf 40 Millionen Euro gesteigert und das Interesse zahlreicher Topklubs geweckt.
Bayern beobachtet – und denkt neu
In München blieb die Personalie nicht unbemerkt. Gerade im Zuge der jüngsten Diskussionen um Dayot Upamecano und die langfristige Planung in der Innenverteidigung tauchte der Name Vuskovic wieder auf. Doch die Realität ist klar: Ein erneuter Vorstoß wäre heute finanziell kaum noch darstellbar.
Hinzu kommt, dass der Kroate weiterhin Tottenham gehört. „So einfach ist es nicht“, betont BILD-Reporter Heiko Niedderer im Podcast. Die Londoner hätten mittlerweile eine ganz andere Verhandlungsposition – und würden „eine sehr, sehr hohe Summe aufrufen“.
Interessant ist dennoch, dass Vuskovic weiterhin im Austausch mit den Bayern steht. Jonathan Tah soll seine Entwicklung eng verfolgen und regelmäßig Kontakt halten, wie dieser vor kurzem enthüllte – ein Detail, das zeigt, wie sehr der Verteidiger inzwischen auch in der Bundesliga wahrgenommen wird.
Ob daraus mehr entstehen kann, bleibt offen. Klar ist nur: Der FC Bayern hat eine Gelegenheit verstreichen lassen, die man heute wohl anders bewerten würde.
