Babbel betont: Neuer-Comeback zur WM wäre „totaler Humbug“

Tim Schoster

Die Torwartdiskussion in der deutschen Nationalmannschaft flammt erneut auf. Auslöser ist die Verletzung von Marc-André ter Stegen und die damit verbundene Frage nach der Nummer eins. Markus Babbel findet dazu klare Worte und bezieht eindeutig Stellung zu Manuel Neuer.

Der frühere Bayern-Profi äußerte sich im ran-Interview deutlich zur erneuten Debatte um ein mögliches DFB-Comeback von Manuel Neuer. Babbel machte unmissverständlich klar, dass für ihn kein Weg zurückführt. „Ich hoffe, dass jetzt auch der Letzte verstanden hat, dass Manuel Neuer nicht mehr zurückkommt, denn er hat aus vollem Bewusstsein die Entscheidung getroffen, seine Karriere in der Nationalelf zu beenden“, erklärte der 53-Jährige. Alles andere sei für ihn „totaler Humbug“.

Nach Ansicht von Babbel sei die Sachlage eindeutig, unabhängig von der aktuellen Personallage im DFB-Tor. „Das muss man akzeptieren“, betonte der ehemalige Nationalspieler und stellte klar, dass es keinen Anlass gebe, eine abgeschlossene Entscheidung erneut infrage zu stellen. Der Fokus müsse vielmehr auf den aktuell verfügbaren Torhütern liegen.

Babbel stellt sich klar hinter Baumann

Oliver Baumann
Foto: IMAGO

Statt nostalgischer Gedankenspiele plädiert Babbel für Kontinuität. Der frühere Innenverteidiger lobte ausdrücklich Oliver Baumann und dessen Leistungen im Nationaltrikot. „Denn Baumann hat in allen Länderspielen eine Top-Performance gezeigt und war ein absoluter Rückhalt“, so Babbel. Selbst mögliche Fehler würden daran nichts ändern: „Selbst wenn er am Sonntag einen Fehler machen sollte, was ich nicht glaube, ist Baumann für mich die Nummer eins in Deutschland.“

Dabei hob Babbel vor allem die Ausstrahlung und Verlässlichkeit des Hoffenheim-Keepers hervor. „Als Innenverteidiger hätte ich mir früher gewünscht, so einen Torwart hinten drin zu haben mit dieser Ausstrahlung, Souveränität und Verlässlichkeit“, erklärte er. Für Babbel ist die Hierarchie damit klar geregelt – unabhängig vom Namen Neuer.

Zuvor hatte bereits Sepp Maier ähnliche Töne angeschlagen. Die Bayern-Legende zeigte sich genervt von den immer wiederkehrenden Spekulationen. „Das Thema nervt ein bisschen. Immer wenn etwas passiert, wird sofort nach Manu gerufen“, sagte Maier. Auch aus seiner Sicht helfe die Debatte niemandem weiter: „Es hilft der aktuellen Mannschaft und Entwicklung nicht weiter.“

Maier stellte zudem infrage, warum überhaupt erneut diskutiert werde. „Hat man etwas vom Bundestrainer dazu gehört? Nein. Hört auf, immer wieder über eine Rückkehr zu spekulieren“, forderte der Weltmeister von 1974. Für ihn sei klar, dass Neuer nicht mehr Teil der Planungen sei und die Nationalmannschaft Ruhe brauche.

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