Bayern unter Druck: BVB-Fans feiern das Comeback der „schwarzen Magie“

Vjekoslav Keskic

Borussia Dortmund bleibt dem FC Bayern in der Bundesliga auf den Fersen. Mit dem 2:1-Erfolg gegen den VfL Wolfsburg hat der BVB den Rückstand auf drei Punkte verkürzt. Die Münchner haben zwar noch ein Spiel in der Hinterhand, doch in Dortmund wächst – trotz anhaltender Kritik am Spielstil – der Glaube an mehr.

Fünf Bundesliga-Siege in Serie, Platz zwei in der Tabelle und ein Rückstand von nur drei Punkten auf den FC Bayern – nüchtern betrachtet spricht vieles für einen starken Lauf von Borussia Dortmund. Und doch ist die Stimmung rund um den BVB alles andere als eindeutig. Seit Monaten wird die Spielweise unter Trainer Niko Kovac kritisiert, oft als ideenlos, zu defensiv oder schlicht unattraktiv beschrieben.

Nach dem knappen Sieg gegen Wolfsburg zeigte sich diese Ambivalenz einmal mehr – ausgerechnet verkörpert durch einen der bekanntesten BVB-Fans der Social-Media-Szene. Influencer „Die Pöhlerz“ brachte das Dortmunder Dilemma mit einer Mischung aus Ironie, Frust und Galgenhumor auf den Punkt. „Wir werden Meister. Ich habe keinen anderen Erklärungsansatz mehr als diesen“, sagte er nach dem Spiel – und schob hinterher: „Es muss schwarze Magie sein.“ Ein Begriff der einst zu Zeiten von Ex-Coach Edin Terzic von den BVB-Anhängern etabliert wurde.

Der Auftritt gegen Wolfsburg passte ins Bild der vergangenen Wochen. Dortmund ließ Chancen liegen, war phasenweise unterlegen und profitierte erneut davon, dass der Gegner seine Möglichkeiten nicht nutzte. Selbst der BVB-Fan räumte ein, dass auch der VfL genug Möglichkeiten hatte: „Allein Amoura muss zwei oder drei Dinger machen. Und dann sagen sie bei Sky, die armen Wolfsburger hätten mehr verdient.“

Kovac-Fußball: Inhalt egal, Ergebnis zählt

Was aus neutraler Sicht nach Glück aussieht, wird in Dortmund zunehmend pragmatisch akzeptiert. Der Fußball mag nicht schön sein, aber er funktioniert. „Scheiß auf den Inhalt. Wir brauchen über den Inhalt gar nicht mehr sprechen“, so „Die Pöhlerz“ deutlich. „Das Was ist ausschlaggebend. Der BVB fährt Woche für Woche drei Punkte ein.“

Trainer Kovac steht sinnbildlich für diesen Ansatz. Effizienz statt Spektakel, Stabilität statt Risiko. Selbst der Fan attestiert ihm eine gewisse Genugtuung: „Niko Kovac grinst und sagt, mein Plan geht völlig auf.“

Aus Sicht des FC Bayern bleibt die Lage dennoch komfortabel. Die Münchner haben ein Spiel weniger und könnten mit einem Sieg gegen Hoffenheim wieder auf sechs Punkte davonziehen. Doch der psychologische Druck wächst. Dortmund sitzt dem Rekordmeister im Nacken – und tut das mit einer Mischung aus Effizienz, Glück und wachsendem Selbstvertrauen.

Oder wie es der BVB-Fan zusammenfasst: „Ich habe keine Argumente mehr. Es funktioniert einfach.“

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