Für Sacha Boey ist das Kapitel beim FC Bayern vorerst beendet. Der Franzose kehrte diese Woche auf Leihbasis zu seinem Ex-Klub Galatasaray zurück und dürfte in München vor allem als unglückliches Transferkapitel in Erinnerung bleiben. Bayern-Trainer Vincent Kompany warb nun jedoch für eine differenzierte Betrachtung der Situation.
Auf der Pressekonferenz am Samstag ordnete der Belgier die vergangenen Monate seines Rechtsverteidigers offen ein. „Es war für ihn ein bisschen unglücklich“, erklärte Kompany und machte deutlich, dass man bei der Bewertung von Boeys Bayern-Zeit mehrere Faktoren berücksichtigen müsse. Für den Cheftrainer sei es wichtig, „einige Themen nicht miteinander zu vermischen“.
Boey war im Winter 2024 unter Thomas Tuchel nach München gewechselt und hatte insbesondere zu Beginn sportlich große Schwierigkeiten. In der laufenden Saison deutete sich zwischenzeitlich jedoch eine positive Entwicklung an. „Er war in einer guten Phase“, betonte Kompany – ehe ein Rückschlag folgte, der letztlich entscheidend wurde. „Dann war er leider im falschen Moment einfach krank, hat fast acht Wochen gefehlt.“ Seit November stand der 25-Jährige aufgrund der nicht näher erläuterten Erkrankung nicht mehr für die Bayern auf dem Platz.
Kompany spricht von „Realität im Kader“

Diese lange Zwangspause habe Boey letztlich jede realistische Rückkehrchance genommen. „Das ist einfach die Realität in unserem Kader“, stellte Kompany nüchtern fest. Während der Franzose ausfiel, lichtete sich das Lazarett an der Säbener Straße spürbar – und die Konkurrenzsituation verschärfte sich deutlich.
Auf der rechten Abwehrseite sind Konrad Laimer und Josip Stanisic inzwischen fest eingeplant, auf links stehen Alphonso Davies und Tom Bischof zur Verfügung. Für den Notfall kann zudem Raphael Guerreiro beide Außenbahnen besetzen. In diesem Gefüge gab es für Boey keine echte Perspektive mehr.
„Dann hast du auf einmal eine Entscheidung, die vielleicht logisch ist – und gut für Sacha“, erklärte Kompany die Trennung. Der Trainer stellte dabei ausdrücklich das Wohl des Spielers in den Vordergrund. „Ich wünsche ihm alles Gute, weil er einfach jetzt diese vier, fünf, sechs Monate verdient, in denen er wieder seine Fußballqualitäten zeigen und genießen kann.“
Boey läuft bis zum Saisonende wieder für Galatasaray auf. Der türkische Top-Klub hat sich für den Sommer zudem eine Kaufoption gesichert. Für den FC Bayern endet damit vorerst ein Transfer, der sportlich nie richtig Fahrt aufnehmen konnte – aus Sicht Kompanys jedoch ohne Schuldzuweisung, sondern als logische Konsequenz der Kaderrealität.
