Für die Fans des FC Bayern zeichnet sich rund um das Heimspiel gegen RB Leipzig am kommenden Mittwoch ein riesiges Verkehrsproblem ab. Grund ist ein angekündigter Streik im öffentlichen Personennahverkehr, der ausgerechnet am Spieltag für erhebliche Einschränkungen sorgen dürfte – und damit das Viertelfinale im DFB-Pokal massiv beeinflussen könnte.
Bereits am vergangenen Montag hatte die Gewerkschaft Verdi in mehreren bayerischen Städten den Nahverkehr weitgehend lahmgelegt. Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen fuhren teils gar nicht oder nur sehr eingeschränkt. Schon damals hatte Verdi weitere Aktionen angekündigt – nun steht der nächste Termin fest: Am kommenden Mittwoch, dem 11. Februar, wird erneut gestreikt.
Besonders betroffen sind München und Nürnberg. In beiden Städten müssen sich Fahrgäste darauf einstellen, dass Busse, Trambahnen und U-Bahnen entweder komplett ausfallen oder nur sehr eingeschränkt verkehren. Wie stark die Einschränkungen ausfallen, hängt von der Streikbereitschaft ab.
Für Fußballfans kommt die Ankündigung zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Am kommenden Mittwochabend bestreitet der FC Bayern in der Allianz Arena sein Viertelfinalspiel im DFB-Pokal gegen RB Leipzig. Der geplante Anpfiff der Partie ist um 20.45 Uhr. Das Spiel ist mit rund 75.000 verkauften Tickets restlos ausverkauft.
Wie können die Fans zum Spiel Bayern gegen Leipzig anreisen?
Normalerweise reist ein Großteil der Zuschauer mit öffentlichen Verkehrsmitteln an. Genau diese stehen an diesem Abend jedoch kaum zur Verfügung. Zwar ist die S-Bahn vom Streik nicht betroffen, da sie von der Deutschen Bahn betrieben wird, doch die Allianz Arena wird ausschließlich von U-Bahn und Bussen angefahren.
Im Parkhaus der Allianz Arena stehen lediglich rund 10.000 Stellplätze zur Verfügung. Diese sind auch an normalen Spieltagen ohne Streik immer voll besetzt und schon da kommt es regelmäßig zu Staus. Beim Spiel gegen Leipzig ist ein Verkehrschaos also nahezu sicher.
Nach dem 5:1-Kantersieg gegen die TSG Hoffenheim bezog Bayern-Vorstandsboss Jan-Christian Dreesen Stellung zu dem Thema. Sogar eine Spielabsage scheint nun möglich.
„Wir werden morgen darüber informieren, wie wir damit umgehen“, erklärte Dreesen. Und weiter: „Am Mittwoch haben wir eine Sondersituation durch den angekündigten Streik. Wir hatten heute eine lange, interne Besprechung unter anderem mit der MVG, mit der Polizei, mit den weiteren Behörden, die für so einen Spielablauf notwendig sind, und wir werden sehen müssen, wie wir das organisieren.“
Man müsse ganz klar sagen, dass „die An- und vor allem auch die Abfahrt vom Stadion eine Herausforderung wird. Und das ist nicht ersetzbar.“
Dreesen führte aus: „Wir müssen sehen, dass wir für die Fans eine Linderung schaffen können. Eine Entscheidung ist noch nicht gefällt. Wenn es irgendwie geht, werden wir das Spiel durchführen, da die Alternativen kaum vorhanden sind.“
Streik im bayerischen Nahverkehr: FC Bayern betroffen
Hintergrund des Streiks ist der weiterhin festgefahrene Tarifkonflikt im bayerischen Nahverkehr. Verhandelt wird über den Tarifvertrag Nahverkehr, der in 20 Kommunen gilt. Die Gewerkschaft fordert Lohnerhöhungen von bis zu 16 Prozent sowie kürzere Arbeitszeiten.
„Die Arbeitgeber sollten endlich mit einem angemessenen Angebot auf die hohe Belastungssituation und den finanziellen Druck der Beschäftigten reagieren, anstatt immer skurrilere Begründungen für ihre Blockadehaltung zu suchen“, erklärte Katharina Wagner, Branchenzuständige bei Verdi Bayern.

Der Kommunale Arbeitgeberverband bietet hingegen mindestens fünf Prozent mehr Gehalt sowie höhere Zuschläge. Mehr sei angesichts der aktuellen Kassenlage nicht finanzierbar. Andernfalls müssten Fahrpreise erhöht oder das Angebot im Nahverkehr reduziert werden.
Fest steht: Sollte der Streik wie angekündigt stattfinden, müssen sich Bayern-Fans auf erhebliche Probleme einstellen. Wer das Pokal-Viertelfinale gegen RB Leipzig am kommenden Mittwoch live in der Allianz Arena verfolgen möchte, sollte deutlich mehr Zeit einplanen oder frühzeitig nach alternativen Anreisemöglichkeiten suchen.

