Die monatelange Hängepartie um Dayot Upamecano steht kurz vor dem Ende. Bayern-CEO Jan-Christian Dreesen hat nun offen über die entscheidenden Tage im Vertragspoker gesprochen – und dabei deutlich gemacht, dass der FC Bayern selbstbewusst und mit klaren Linien agiert hat.
Im Gespräch mit dem BR bestätigte Dreesen, dass die sportliche Einigung längst erzielt ist. „Der ‚Handschlag‘ fand bereits vor einigen Tagen statt. Der Rest ist nur noch Papierkram“, erklärte der Vorstandsvorsitzende. Für ihn sei entscheidend, dass ein gegebenes Wort zähle: „Wenn man es ernst meint und sein Wort gibt, zählt das schon, bevor es auf einem Dokument unterschrieben ist. Das werden wir im Laufe der Woche erledigen.“
Dreesen bestätigt: Bayern hat Angebot zurückgezogen

Besonders brisant sind Dreesens Aussagen zur viel diskutierten Frage, ob der FC Bayern sein Angebot tatsächlich zurückgezogen hat. Der 57-Jährige ließ daran keinen Zweifel und schilderte die Abläufe ungewöhnlich offen. „Wir haben zu Beginn des Jahres gesagt, dass alles, was wir zu bieten haben, bereits auf dem Tisch liegt. Aus unserer Sicht haben Upa und seine Berater die Sache zu lange hinausgezögert“, so Dreesen.
Dabei betonte er, dass die Wertschätzung für den französischen Nationalspieler nie infrage stand. Gleichzeitig zog er aber eine klare Linie: „Natürlich schätzen wir Upa sehr und waren entschlossen, seinen Vertrag zu verlängern, aber irgendwann gibt es Grenzen. Denn bei all unseren sportlichen Ambitionen müssen wir auf unsere Finanzen und unsere Gehaltsstruktur achten.“
Genau aus diesem Grund habe der Klub bewusst auf weitere Nachbesserungen verzichtet. „Es war klar, dass wir nichts mehr bieten würden, und wir wollten Klarheit. Das haben wir zum Ausdruck gebracht, eine Frist gesetzt und irgendwann geplant, das Angebot zurückzuziehen. Alles passierte am selben Tag“, erklärte Dreesen weiter.
Upamecano übernahm die Initiative
Der entscheidende Wendepunkt kam laut dem Bayern-Boss erst, als der Spieler selbst aktiv wurde. „Als das alles klar wurde, erkannte Upa, dass er selbst etwas unternehmen musste, wenn er bleiben wollte“, schilderte Dreesen den Moment. Besonders positiv hob er das direkte Signal des Innenverteidigers hervor: „Man kann das kritisieren, aber als der Spieler selbst aktiv wurde, anrief und am Telefon sagte: ‚Ich möchte bleiben‘, fanden wir das großartig.“
Damit ist klar: Die Verlängerung von Dayot Upamecano ist nicht nur das Ergebnis langer Verhandlungen, sondern auch ein bewusst gesetztes Zeichen der Bayern-Führung. Der Rekordmeister hat gezeigt, dass er bereit ist, Leistungsträger zu halten – aber nicht um jeden Preis.
