Spätestens seit der rasanten Entwicklung von Lennart Karl ist klar, wohin die Reise beim FC Bayern gehen soll. Der deutsche Rekordmeister richtet seinen Blick verstärkt nach innen – und nach unten. Eigene Talente sollen künftig eine deutlich größere Rolle spielen, anstatt jedes Problem auf dem Transfermarkt mit hohen Ablösesummen zu lösen. Dass diese Strategie längst nicht nur Theorie ist, zeigt ein Blick auf die abgelaufene Winter-Transferperiode.
Denn wie nun bekannt wurde, haben die Münchner im Januar intensiv versucht, eines der vielversprechendsten deutschen Mittelfeldtalente nach München zu lotsen: Kennet Eichhorn von Hertha BSC. Der 16-Jährige gilt ligaübergreifend als Ausnahmetalent und hat sich mit starken Leistungen trotz seines jungen Alters bereits in der 2. Bundesliga etabliert.
Bayern machte im Winter ernst
Transfer-Experte Christopher Michel enthüllt, wie konkret das Interesse der Bayern tatsächlich war. Demnach haben die Verantwortlichen an der Säbener Straße im Winter „mächtig angeschoben“, um Eichhorn frühzeitig von einem Wechsel nach München zu überzeugen. Die Idee: Ein Perspektivtransfer, der sinnbildlich für den neuen Bayern-Weg steht – jung, deutsch, entwicklungsfähig.
Doch die Bemühungen verliefen ins Leere. Eichhorn blieb bei Hertha BSC und kämpft mit den Berlinern weiter um den Aufstieg in die Bundesliga. Aus Spielersicht eine nachvollziehbare Entscheidung, schließlich genießt der zentrale Mittelfeldspieler in der Hauptstadt bereits bemerkenswertes Vertrauen.
Trotz seines Alters kommt Eichhorn in der laufenden Saison bereits auf zwölf Zweitliga-Einsätze, davon zehn in der Startelf. Auch im DFB-Pokal stand er zweimal von Beginn an auf dem Platz. Dass es nicht noch mehr Spiele sind, liegt allein an einer Sprunggelenksverletzung, die ihn Mitte Januar ausbremste.
Goretzka-Abgang verstärkt Bayerns Interesse

Das Interesse des FC Bayern kommt nicht zufällig. Im Sommer steht ein personeller Umbruch im zentralen Mittelfeld an. Leon Goretzka wird den Verein verlassen, womit perspektivisch ein Platz im Kader frei wird. Auch wenn Eichhorn kurzfristig noch kein Kandidat für die erste Mannschaft wäre, passt sein Profil ideal in die langfristige Planung der Münchner.
Allerdings ist der Rekordmeister längst nicht allein im Werben um das Hertha-Juwel. Neben Bayern sollen auch Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund sehr intensiv an Eichhorn interessiert sein. Beide Klubs verfolgen ebenfalls eine verstärkte Talent-Strategie und sehen in dem U17-Nationalspieler einen möglichen Schlüsselspieler für die Zukunft.
Doch damit nicht genug: Auch international hat sich Eichhorn längst einen Namen gemacht. Paris Saint-Germain und Manchester United beobachten die Entwicklung des Mittelfeldspielers aufmerksam – ein weiteres Indiz für dessen außergewöhnliches Potenzial.
Ausstiegsklausel macht Sommer 2026 spannend
Vertraglich ist Eichhorn noch bis 2029 an Hertha BSC gebunden. Allerdings besitzt er laut Medienberichten eine variable Ausstiegsklausel, die einen Wechsel im Sommer 2026 ermöglichen könnte. Je nach abnehmendem Klub, Liga und Wettbewerb liegt diese Klausel zwischen zehn und zwölf Millionen Euro. Sein aktueller Marktwert wird bereits auf rund 20 Millionen Euro taxiert – mit klarer Tendenz nach oben.
Für den FC Bayern bedeutet das: Der Winter war nur ein erster Versuch. Die Personalie Eichhorn bleibt hochrelevant, insbesondere vor dem Hintergrund der neuen Philosophie, eigene Stars aufzubauen statt sie teuer einzukaufen. Ob die Münchner im Sommer oder erst 2026 erneut ernst machen, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie sich Eichhorn sportlich entwickelt – und wie konsequent Bayern seinen eingeschlagenen Weg weitergeht.
