„Es läuft gut für ihn“: So plant Bayern mit Winter-Neuzugang Sapoko Ndiaye

Vjekoslav Keskic

Zu Jahresbeginn sorgte der FC Bayern mit einer eher ungewöhnlichen Personalie für Aufmerksamkeit. Ohne große Vorankündigung verpflichteten die Münchner den 18-jährigen Bara Sapoko Ndiaye auf Leihbasis von den Gambinos Stars Africa. Ein Transfer, der weniger auf sofortige Einsatzzeiten als vielmehr auf Entwicklung und Perspektive ausgelegt ist. Nun hat Cheftrainer Vincent Kompany erstmals ausführlicher Stellung zum jungen Mittelfeldspieler bezogen.

Auf der Pressekonferenz vor dem DFB-Pokal-Viertelfinale gegen RB Leipzig wurde Kompany auf Ndiaye angesprochen – und fand klare, positive Worte. „Geschwindigkeit“, antwortete der Belgier zunächst knapp auf die Frage nach den auffälligsten Qualitäten des Talents. Ein Attribut, das im Spielsystem des FC Bayern eine zentrale Rolle spielt und das Interesse der sportlichen Führung erklärt.

Kompany hebt Tempo und Persönlichkeit hervor

Kompany machte zugleich deutlich, dass Ndiaye sich in einer besonderen Situation befindet. Aufgrund der Regularien darf der Mittelfeldspieler nicht für die zweite Mannschaft in der Regionalliga auflaufen, was seine sportlichen Einsatzmöglichkeiten einschränkt. Umso wichtiger sei die tägliche Arbeit im Training. „Ein junges Talent, das nicht bei unserer Amateurmannschaft spielen darf“, ordnete der Bayern-Coach die Ausgangslage ein.

Dennoch zeigt sich Kompany zufrieden mit der bisherigen Entwicklung. „Wir freuen uns auf seine Persönlichkeit. Er hat gezeigt, dass er zu den Talenten gehört, die wir im Bayern-Nachwuchs haben. Es läuft gut für ihn“, bilanzierte der 39-Jährige. Dabei gehe es aktuell weniger um kurzfristige Einsatzzeiten als um Anpassung, Lernen und das Verinnerlichen der Abläufe auf höchstem Niveau.

Gerade für einen Spieler, der bislang kaum Erfahrung im europäischen Profifußball sammeln konnte, ist der Sprung an die Säbener Straße enorm. Kompany setzt deshalb bewusst auf Geduld und auf einen behutsamen Aufbau.

Eberl erklärt Bayerns langfristigen Plan

Bara Sapoko Ndiaye
Foto: IMAGO

Auch Sportvorstand Max Eberl ordnete die Leihe ein und stellte sie in einen größeren Zusammenhang. Ndiaye ist Teil der sogenannten „Red & Gold Academy“, einem internationalen Förderprojekt des FC Bayern in Kooperation mit dem Los Angeles FC und ausgewählten Partnerklubs weltweit. Ziel ist es, außergewöhnliche Talente frühzeitig zu identifizieren und strukturiert an das europäische Spitzenniveau heranzuführen.

„Bara ist jetzt der Erste, der wirklich oben ankommt“, erklärte Eberl und betonte damit den Modellcharakter der Verpflichtung. Für die zweite Saisonhälfte wurde der Teenager bewusst nach München geholt, um sich an Trainingsintensität, Tempo und Lebensumfeld zu gewöhnen. „Er hat noch nie richtigen Fußball in einer Liga gespielt“, machte der 51-Jährige deutlich, wie groß die Umstellung für den jungen Afrikaner ist.

Eine schnelle Entscheidung über die Zukunft steht daher nicht an. „Nach dem halben Jahr werden wir entscheiden, was der nächste, beste Schritt ist“, so Eberl. Dabei schloss er auch ein sportliches Märchen nicht aus: „Schafft er es sogar bei Bayern München? Darüber würden wir uns immens freuen.“

Der FC Bayern verfolgt bei Sapoko Ndiaye einen langfristigen Ansatz – fernab von öffentlichem Druck und kurzfristigen Erwartungen. Kompanys Zwischenfazit zeigt jedoch: Der erste Eindruck stimmt.

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