Großes Fragezeichen bei Neuer: Bayern legt Zeitplan für Entscheidung fest

Vjekoslav Keskic

Hinter der sportlichen Zukunft von Manuel Neuer beim FC Bayern steht weiterhin ein großes Fragezeichen. Der Vertrag des 39-Jährigen läuft zum Ende der laufenden Saison aus, eine Entscheidung über seine Zukunft soll bewusst noch nicht getroffen werden. Klub und Spieler haben sich darauf verständigt, die Spielzeit zunächst in Ruhe zu Ende zu bringen, bevor konkrete Gespräche aufgenommen werden.

Während der Rekordmeister bei anderen Schlüsselspielern längst Fakten schafft, herrscht bei der Torwart-Position auffällige Zurückhaltung. Serge Gnabry hat seinen Vertrag bereits verlängert, Dayot Upamecano steht kurz vor der Unterschrift, und auch mit Harry Kane befinden sich die Verantwortlichen in einem ersten, Austausch. An der Säbener Straße spricht man intern von sogenannten „internen Transfers“, die derzeit höchste Priorität genießen. Manuel Neuer gehört bislang nicht dazu.

Bayern legt bewusst keine Deadline fest

Zuletzt hatten Medienberichte nahegelegt, dass während der Länderspielpause im März eine Entscheidung in der Causa Neuer fallen könnte. Sportvorstand Max Eberl wies diese Spekulationen jedoch klar zurück. Vor dem Pokalduell gegen RB Leipzig machte der 52-Jährige deutlich, dass es keinen festen Zeitpunkt für Gespräche gibt. „Manu wird im März 40 und dann schauen wir am Ende der Saison“, erklärte Eberl unmissverständlich.

Damit ist die Marschroute klar: Der FC Bayern möchte Neuers sportliche Entwicklung, seinen körperlichen Zustand und seine Leistungsfähigkeit über die komplette Spielzeit hinweg bewerten. Erst danach soll gemeinsam mit dem Spieler entschieden werden, ob und in welcher Form eine Zusammenarbeit über den Sommer hinaus Sinn ergibt. Druck verspürt man an der Säbener Straße offenbar keinen.

Auch Neuer selbst hält sich mit öffentlichen Aussagen zu seiner Zukunft auffällig zurück. Klar ist lediglich, dass der Kapitän grundsätzlich offen für eine weitere Saison beim FC Bayern wäre – vorausgesetzt, sein Körper macht mit und er fühlt sich der Aufgabe weiterhin gewachsen. Nach mehreren verletzungsgeprägten Jahren spielt genau dieser Aspekt eine zentrale Rolle.

Urbig rückt als klarer Nachfolger in Stellung

Jonas Urbig, Manuel Neuer
Foto: IMAGO

Unabhängig vom Ausgang der Gespräche mit Neuer haben die Bayern jedoch längst vorgesorgt. Mit Jonas Urbig steht ein potenzieller Nachfolger bereits bereit. Der 22-Jährige wird vereinsintern fest als künftige Nummer eins eingeplant und sammelt Schritt für Schritt wichtige Erfahrungen auf höchstem Niveau.

Trainer Vincent Kompany unterstrich, dass die Entwicklung des jungen Keepers kein Zufall ist. „Die Fortschritte von Jonas Urbig und die Pläne für seine Entwicklung haben wir schon vor längerer Zeit mit ihm besprochen. Er hat schon wichtige Spiele für uns absolviert“, erklärte der Belgier und machte damit deutlich, dass Urbig bewusst aufgebaut wird.

Auch im Klub wird die Rolle Neuers im Zusammenspiel mit Urbig positiv bewertet. Der Routinier gilt als wichtiger Mentor, der sein Wissen und seine Erfahrung weitergibt – unabhängig davon, ob er selbst noch eine weitere Saison zwischen den Pfosten stehen wird.

Die Entscheidung über Neuers Zukunft hat für den FC Bayern eine enorme Signalwirkung. Einerseits geht es um die sportliche Qualität eines der erfolgreichsten Torhüter der Vereinsgeschichte, andererseits um den Übergang in eine neue Ära. Die Verantwortlichen wollen diesen Prozess weder überstürzen noch emotional aufladen.

Fest steht: Eine Entscheidung wird es geben – aber nicht vorzeitig. Bis dahin bleibt Neuer der unumstrittene Rückhalt im Bayern-Tor. Alles Weitere soll erst dann geklärt werden, wenn die Saison beendet ist und alle Fakten auf dem Tisch liegen.

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