Kein angemessener Preis: Dieser Bayern-Transfer rückt in weite Ferne

Vjekoslav Keskic

Der Name Luka Vuskovic geistert seit Wochen rund um die Säbener Straße. Der erst 18 Jahre alte Innenverteidiger des Hamburger SV gilt als eines der größten Abwehrtalente Europas und hat mit seinen Auftritten in der Bundesliga auch beim FC Bayern Eindruck hinterlassen. Dennoch deutet immer mehr darauf hin, dass ein Wechsel nach München vorerst nicht zustande kommen wird.

Spätestens nach seinem starken Auftritt beim 2:2 gegen den FC Bayern ist klar, welches Potenzial in dem Kroaten steckt. Vuskovic hat sich beim HSV nicht nur als Stammspieler etabliert, sondern agiert mit bemerkenswerter Ruhe und Reife als Abwehrchef. Für einen Spieler seines Alters ist das außergewöhnlich – und entsprechend groß ist das Interesse aus dem europäischen Spitzenfußball.

Bayern sehen Qualität, aber keinen Handlungsspielraum

Auch beim FC Bayern wird Vuskovic intensiv beobachtet. Intern schätzt man sein Profil, seine Physis und seine Spielintelligenz. Dennoch ist die Ausgangslage kompliziert. Mit Dayot Upamecano und Jonathan Tah sind die Münchner im Abwehrzentrum aktuell hochwertig und langfristig aufgestellt. Beide bewegen sich im besten Innenverteidiger-Alter, während Vuskovic perspektivisch gedacht werden müsste.

Genau hier liegt jedoch eines der Probleme. Wie das Portal The Athletic berichtet, haben die Bayern für den kommenden Transfersommer andere Schwerpunkte gesetzt. Vor allem in der Offensive, insbesondere auf den Flügelpositionen, sehen die Verantwortlichen größeren Bedarf. Namen wie Yan Diomande von RB Leipzig stehen deutlich weiter oben auf der internen Liste als ein zusätzlicher Innenverteidiger.

Hinzu kommt die finanzielle Komponente. In München rechnet man nicht damit, dass Vuskovic zu einem „angemessenen Preis“ zu haben sein wird. Der Marktwert des Kroaten wird aktuell auf rund 40 Millionen Euro taxiert, doch Tottenham Hotspur soll deutlich höhere Vorstellungen haben. An der Säbener Straße gilt es als nahezu ausgeschlossen, dass die Spurs im Sommer unter dieser Marke verhandlungsbereit wären.

Tottenham sitzt am längeren Hebel

Luka Vuskovic
Foto: IMAGO

Die vertragliche Situation spricht klar gegen einen schnellen Deal. Vuskovic ist bis zum Saisonende von Tottenham an den HSV ausgeliehen, sein Vertrag bei den Londonern läuft jedoch bis 2030. Eine Ausstiegsklausel existiert nicht. Tottenham kann also frei über Zeitpunkt und Bedingungen eines möglichen Verkaufs entscheiden.

Gerade vor dem Hintergrund der sportlich schwierigen Lage der Spurs ist ein Verkauf keineswegs sicher. Der Premier-League-Klub steckt tief im Tabellenmittelfeld fest und droht, das internationale Geschäft zu verpassen. In London wird Vuskovic als wichtiger Baustein für die Zukunft gesehen, nicht als kurzfristige Einnahmequelle. Laut The Athletic wäre Tottenham nur bei einem außergewöhnlich hohen Angebot überhaupt gesprächsbereit.

Auch der Spieler selbst verspürt keinen Zeitdruck. Vuskovic hat betont, dass er sich erst nach der Weltmeisterschaft 2026 intensiver mit seiner sportlichen Zukunft befassen möchte. Ein weiteres Jahr beim HSV, idealerweise erneut auf Leihbasis, ist für ihn eine realistische Option. In Hamburg würde er weiterhin eine zentrale Rolle einnehmen und sich in einem vertrauten Umfeld entwickeln können.

Für den FC Bayern könnte genau dieses Szenario dennoch interessant sein. Ein weiteres Jahr Beobachtungszeit würde den Münchnern ermöglichen, die Entwicklung des Abwehrjuwels ohne finanzielles Risiko weiterzuverfolgen. Stand jetzt ist klar: Ein Vuskovic-Transfer im kommenden Sommer ist für den Rekordmeister eher ein Gedankenspiel als ein konkreter Plan.

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