Was im Sommer noch als mutiges Transfer-Experiment galt, entwickelt sich zunehmend zu einem der besten Deals der jüngeren Vereinsgeschichte. Luis Díaz hat beim FC Bayern nicht nur sofort eingeschlagen, er hat die Offensive des Rekordmeisters auf ein neues Level gehoben. Spätestens nach dem 5:1-Erfolg gegen die TSG Hoffenheim gibt es daran keinen Zweifel mehr.
Der Kolumbianer war der überragende Akteur des Abends. Drei Tore, dazu zwei herausgeholte Elfmeter, die Harry Kane sicher verwandelte – Díaz prägte das Spiel in nahezu jeder Offensivaktion. Es war sein erster Dreierpack im Bayern-Trikot, aber vor allem ein weiteres Ausrufezeichen einer bislang beeindruckenden Premieren-Saison.
Díaz überholt Robbéry-Zahlen in Rekordzeit

Die nackten Zahlen unterstreichen, wie außergewöhnlich Díaz’ Einfluss ist. Nach 30 Pflichtspielen steht der 28-Jährige bereits bei 18 Treffern und 14 Vorlagen. Damit liegt er in seiner ersten Saison sogar vor zwei der größten Flügelikonen der Vereinsgeschichte. Franck Ribéry kam in seiner Debüt-Spielzeit 2007/08 nach 30 Einsätzen auf zehn Tore und 16 Assists, Arjen Robben brachte es 2009/10 in derselben Spielanzahl auf 14 Treffer und sechs Vorlagen.
Noch bemerkenswerter ist der Vergleich mit seinen direkten Vorgängern. Die Abgänge von Leroy Sané und Kingsley Coman im Sommer 2025 hatten bei Fans und Experten große Zweifel ausgelöst. Sané kam in seiner besten Bundesliga-Saison (23/24) für die Bayern auf 19 Torbeteiligungen, Comans Bestwert (20/21) lag bei 15. Díaz steht bereits jetzt bei 22 Toren und Vorlagen in der Liga – und hat noch 13 Spiele vor sich.
Dreesen und Kompany schwärmen vom „Wirbelwind“
Dass Díaz nicht nur statistisch überzeugt, sondern auch spielerisch eine neue Dynamik ins Team bringt, betonten die Verantwortlichen nach dem Hoffenheim-Spiel unisono. Bayern-CEO Jan-Christian Dreesen zeigte sich begeistert von der Vielseitigkeit des Offensivstars. Besonders hob er hervor, wie mannschaftsdienlich Díaz agiert und mit seinen Dribblings ständig neue Situationen kreiert. Die Art und Weise, wie schnell er den Ball von einem Fuß auf den anderen bekommt, sei für jeden im Stadion eindrucksvoll und ein zentraler Faktor im Münchner Offensivspiel.
Auch Vincent Kompany fand treffende Worte für den Stil seines Schützlings. Der Bayern-Coach sprach von einer besonderen „Chaos-Kreativität“, die Díaz auszeichne. Er denke in diesen Momenten nicht lange nach, sondern spüre einfach, wann er ins Dribbling gehen müsse. Für Verteidiger sei das extrem schwer zu verteidigen, weil man nie sicher sei, wann die Aktion wirklich vorbei ist. Genau dieses Unberechenbare mache Díaz so wertvoll – und so gefährlich.
Luis Díaz hat beim FC Bayern nicht nur eine Lücke geschlossen, sondern eine neue Identität auf dem Flügel geprägt. Schon jetzt ist klar: Dieser Transfer ist weit mehr als ein kurzfristiger Erfolg. Er ist ein Statement.
