Die Torwart-Planung des FC Bayern sorgt einmal mehr für Diskussionen. Während sich alles um die Zukunft von Manuel Neuer und dessen potenziellen Nachfolger Jonas Urbig dreht, rückt nun ein Name wieder in den Fokus, der seit Jahren durch die Münchner Bücher läuft: Alexander Nübel.
Deutschlands Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hat sich in der Sport BILD deutlich zur Personalie geäußert – und dabei vor allem die wirtschaftliche Seite kritisiert. Für ihn ist die Causa Nübel „wahrscheinlich das größte Problem im Sommer“.
Der 29-Jährige war 2020 ablösefrei vom FC Schalke 04 an die Säbener Straße gewechselt. Geplant war, ihn behutsam als Nachfolger von Manuel Neuer aufzubauen. Doch der Weltmeister von 2014 blieb – sportlich wie physisch – länger auf Topniveau als erwartet. Nübel kam kaum zum Zug und wurde zunächst für zwei Jahre an die AS Monaco verliehen, seit 2023 spielt er beim VfB Stuttgart.
„Schon über fünf Jahre mitbezahlt“
Auch wenn Nübel ablösefrei kam, war er für die Bayern keineswegs ein Nullsummenspiel. Monaco und Stuttgart übernahmen jeweils nur einen Teil seines Gehalts. Den Rest zahlte der Rekordmeister weiter.
Matthäus rechnet vor: „Der kostete die Bayern einen Haufen Geld, wurde schon über fünf Jahre mitbezahlt. Das heißt: So plusminus hat er bereits 30 Millionen an Geld bekommen und wenig gespielt für den FC Bayern.“ Besonders brisant: Nübel hat bisher nur vier Spiele für den deutschen Rekordmeister absolviert.
Eine stolze Summe – vor allem für einen Spieler, der in München selbst sportlich nie eine Rolle spielte. Für Matthäus ist deshalb klar: „Ich würde sagen, für Nübel und für Bayern wäre der Verkauf jetzt der richtige Schritt.“
Verkauf als einzig logische Lösung?

Ein Transfer im Sommer scheint durchaus realistisch, zumal Nübels Leihe nach Stuttgart endet. Doch wirtschaftlich könnte ein Deal schwierig werden. Sein Vertrag in München läuft noch bis 2030 – entsprechend müsste der FC Bayern eine Lösung finden, die sowohl sportlich als auch finanziell Sinn ergibt.
Matthäus glaubt, dass die Bayern mit einer Transfersumme von 30 bis 40 Millionen Euro zumindest ihre Investitionen der vergangenen Jahre kompensieren könnten. Realistisch erscheint das allerdings kaum. Nübels aktueller Marktwert liegt bei rund zwölf Millionen Euro. Selbst bei starker Verhandlungsposition dürfte eine Ablöse im Bereich von 30 Millionen schwer durchsetzbar sein.
Sportlich zeigte Nübel sowohl in Monaco als auch beim VfB Stuttgart solide bis gute Leistungen, erlaubte sich jedoch auch einige Patzer. Im Rennen um den Platz im Tor der deutschen Nationalmannschaft zog er zuletzt gegen Hoffenheims Oliver Baumann den Kürzeren.
Für die Bayern bleibt damit eine komplexe Gemengelage: Manuel Neuer entscheidet über seine Zukunft erst nach Saisonende, Jonas Urbig gilt intern als designierter Nachfolger – und Alexander Nübel steht mit langfristigem Vertrag zwischen allen Stühlen.
