Der FC Bayern arbeitet mit Hochdruck an seinem Kader der Zukunft, allerdings mit einer klaren Reihenfolge. Während in den vergangenen Wochen zahlreiche Namen rund um mögliche Neuzugänge kursierten, halten sich die Münchner auf dem Transfermarkt bislang bewusst zurück. Sportvorstand Max Eberl machte nun deutlich, warum das so ist – und setzte dabei klare Prioritäten.
Im Mittelpunkt stehen aktuell nicht externe Neuzugänge, sondern die sogenannten „internen Transfers“. Gemeint sind die laufenden und anstehenden Vertragsverlängerungen zentraler Leistungsträger. „Wir wollen erst mal die internen Transfers lösen, um zu wissen, wie es danach weitergeht. Wenn diese Hausaufgaben gemacht sind, können wir weitergehen“, erklärte Eberl am Freitag.
Erst wenn Klarheit über die eigene Kaderstruktur herrscht, will der Rekordmeister konkrete Schritte in Richtung Transfer-Sommer 2026 einleiten.
Vertragsklarheit als Grundlage der Kaderplanung
Serge Gnabry hat seinen Vertrag bereits verlängert, Dayot Upamecano steht kurz davor. Auch mit Harry Kane befindet sich der FC Bayern im Austausch, wenn auch noch ohne formelle Verhandlungen. Zudem arbeitet man an einer langfristigen Perspektive mit Konrad Laimer. Für Eberl sind all diese Personalien entscheidend, um den weiteren Kurs festzulegen – sportlich wie finanziell.
Gerade die Situation in der Defensive spielt dabei eine zentrale Rolle. „Wenn es mit Upa klappt, wissen wir, dass wir in der Defensive gut aufgestellt sind für die nächste Saison“, betonte der Sportvorstand. Solche Entscheidungen beeinflussen unmittelbar, ob und wo der FC Bayern überhaupt extern nachlegen muss – und in welchem finanziellen Rahmen.
Eberl weist Kritik an Bayern-Transferstrategie zurück

Die Kritik, wonach der FC Bayern im Sommer 2025 zu spät auf dem Transfermarkt aktiv gewesen sei, ließ Eberl nicht gelten. Rückblickend stellte er klar, dass die Kaderplanung bereits frühzeitig abgeschlossen war. „Letzten Sommer wurde sehr viel gesprochen, trotzdem waren wir nach der Klub-WM mit der Kaderplanung fertig“, sagte der 52-Jährige.
Lediglich die Situation rund um Kingsley Coman habe sich kurzfristig ergeben. Der Franzose sei mit einem Wechselwunsch auf den Klub zugekommen, den man dann gemeinsam gelöst habe. „Das haben wir mit Nicolas Jackson gelöst“, so Eberl – ein Beispiel dafür, dass Bayern durchaus reagieren kann, wenn sich neue Konstellationen ergeben.
Trotz des aktuellen Fokus auf Vertragsarbeit bedeutet das jedoch nicht, dass die Münchner untätig wären. Eberl betonte ausdrücklich, dass der Markt bereits intensiv beobachtet werde. „Dass es aber parallel läuft, ist klar. Wir wissen genau, was wir tun wollen“, erklärte er. Ideen und Pläne seien längst vorhanden, würden aber erst konkret, wenn die internen Weichen gestellt sind.
Übereinstimmenden Medienberichten zufolge liegt der Fokus für die kommenden Transferperioden vor allem auf einem neuen Linksaußen, einer langfristigen Lösung für die rechte Abwehrseite sowie möglichen Anpassungen im zentralen Mittelfeld – insbesondere im Hinblick auf den bevorstehenden Abgang von Leon Goretzka. Doch bevor neue Namen Realität werden, gilt beim FC Bayern ein klares Prinzip: Erst Klarheit im eigenen Kader, dann Bewegung auf dem Markt.
