Der FC Bayern setzt weiter konsequent auf die Ausbildung eigener Talente. Vorstandsvorsitzender Jan-Christian Dreesen hat nun klargestellt, warum dieser Weg für den Rekordmeister unverzichtbar ist – und welche Rolle der Campus dabei spielt.
Die Liste ist lang und klangvoll: Schweinsteiger, Lahm, Alaba, Müller. Spieler, die den FC Bayern über Jahre geprägt und zu dem gemacht haben, was der Verein heute ist. Doch die Zeiten, in denen München nahezu konkurrenzlos die besten Talente Deutschlands verpflichten konnte, sind vorbei. Internationale Konkurrenz, explodierende Ablösesummen und eine veränderte Transferlandschaft zwingen die Münchner zum Umdenken. Die Antwort: der eigene Nachwuchs.
In der Sendung Blickpunkt Sport des Bayerischen Rundfunks erläuterte Jan-Christian Dreesen, warum der Campus für die Zukunft des Klubs so entscheidend ist. „Wir hoffen, dass noch mehr Talente den Sprung schaffen, denn wir investieren sehr viel in den Campus“, erklärte der Vorstandsvorsitzende. Die Botschaft ist klar: Der FC Bayern will nicht nur kaufen, sondern selbst entwickeln. „Wir können nur mithalten, wenn wir gute Nachwuchsarbeit leisten.“
Karl als Paradebeispiel der neuen Generation

Dass diese Strategie aufgeht, zeigt sich aktuell besonders eindrucksvoll an Lennart Karl. Der 17-Jährige hat sich unter Trainer Vincent Kompany in atemberaubendem Tempo in der Startelf festgespielt. Was viele Beobachter überrascht: Karl wirkt auf dem Platz erstaunlich abgeklärt, agiert mit einer Reife, die man bei einem Teenager selten sieht. Regelmäßig sammelt er Minuten auf höchstem Niveau – ein Zeichen dafür, dass Kompany dem Eigengewächs vertraut.
Dreesen zog in diesem Zusammenhang eine direkte Linie zur erfolgreichen Vergangenheit des Vereins. „Es ist eine Fortsetzung von Schweinsteiger, Lahm, Alaba, Badstuber und einigen anderen, die ich vielleicht vergessen habe“, sagte der 58-Jährige. Doch er machte auch deutlich, dass die neue Generation bereits Gestalt annimmt: „Jetzt sprechen wir über Stanisic, Pavlovic und Lennart Karl.“
Leistung entscheidet – nicht das Alter
Entscheidend ist für Dreesen jedoch nicht das Alter oder die Herkunft, sondern die Leistung auf dem Platz. „Wenn sie Leistung bringen, setzen sie sich durch“, stellte er klar. Eine Aussage, die zeigt, dass der FC Bayern zwar auf Talente setzt, aber keine Geschenke verteilt. Wer im Trikot des Rekordmeisters spielen will, muss sich beweisen – egal, ob 17 oder 27 Jahre alt.
Auch unter Kompany hat sich diese Philosophie durchgesetzt. Der Belgier gilt als Trainer, der jungen Spielern Chancen gibt, sie aber gleichzeitig fordert. Mit Karl, aber auch Aleksandar Pavlovic oder Josip Stanisic stehen Spieler im Kader, die den Weg über den Campus genommen haben und nun fester Bestandteil des Profi-Ensembles sind.
Für den FC Bayern ist die Nachwuchsarbeit längst mehr als nur eine Ergänzung zum Transfermarkt. Sie ist strategisches Fundament in einer Zeit, in der internationale Konkurrenz immer stärker wird und finanzielle Mittel allein nicht mehr ausreichen, um an der Spitze zu bleiben. Mit Spielern wie Karl zeigt sich: Der Weg funktioniert.
