Der FC Bayern beschäftigt sich intensiv mit Yan Diomande, doch ein möglicher Wechsel des Leipziger Offensivspielers könnte sich als heikler Drahtseilakt entpuppen. Während sportlich vieles für ein ernsthaftes Interesse der Münchner spricht, sorgt im Hintergrund eine komplexe Vertragssituation für erhebliche Unsicherheit.
Nach Informationen des Journalisten Sacha Tavolieri haben die Bayern ihr Interesse hinterlegt und womöglich bereits erste Sondierungsgespräche geführt. Allerdings soll eine exklusive Vereinbarung zwischen Diomande und seiner früheren Agentur Maxidel existieren, die dem 19-Jährigen untersagt, über seine aktuellen Berater einen Transfer zu verhandeln.
Heikle Klauseln und mögliche Millionenfolgen
Besonders brisant ist die mögliche Tragweite dieser Vereinbarung. Laut Tavolieri könnten interessierte Klubs rechtlich angreifbar werden, sollten sie Gespräche nicht über die ursprünglich zuständige Agentur führen. Zudem soll ein weiterer Passus greifen: Im Falle eines Verstoßes müsste Diomande seine Bildrechte bis Januar 2031 an Maxidel übertragen. Der geschätzte Wert dieser Rechte liegt demnach bei über sieben Millionen Euro.
Tavolieri brachte die Problematik deutlich auf den Punkt. Sollte sich die Existenz und Wirksamkeit dieser Klauseln bestätigen, könne „kein seriöser Klub das Risiko eingehen, einen Transfer abzuschließen, bevor die rechtliche Situation vollständig geklärt ist“. Für einen wirtschaftlich strukturierten Verein wie den FC Bayern wäre ein Deal unter solchen Voraussetzungen mit kaum kalkulierbaren Risiken verbunden.
An der Säbener Straße achtet man traditionell streng auf juristische Sauberkeit und wirtschaftliche Planbarkeit. Gerade in einer Phase, in der Sportvorstand Max Eberl zunächst die sogenannten „internen Transfers“ priorisiert und die Gehaltsstruktur im Blick behalten will, dürfte ein potenziell konfliktbelasteter Transfer besonders kritisch geprüft werden.
Leipzig unter Verkaufsdruck?

Unabhängig von der juristischen Gemengelage könnte sich im Sommer dennoch Bewegung ergeben. Laut Sport BILD hängt Diomandes Zukunft stark von der sportlichen Entwicklung bei RB Leipzig ab. Sollten die Sachsen die Qualifikation für die Champions League verpassen, müssten demnach Transfererlöse in Höhe von rund 200 Millionen Euro generiert werden.
In einem solchen Szenario gilt Diomande als einer der heißesten Verkaufskandidaten. Der Ivorer war erst im Sommer 2025 für rund 20 Millionen Euro von CD Leganés verpflichtet worden und schlug in der Bundesliga sofort ein. Mit explosiven Dribblings, Tempo und starken Scorerwerten spielte er sich schnell in den Fokus internationaler Topklubs. Neben dem FC Bayern sollen auch Liverpool, Arsenal, Paris Saint-Germain und Real Madrid die Entwicklung genau verfolgen.
Intern haben die Münchner dem Vernehmen nach eine klare Preisgrenze definiert. Liegt die Ablöse deutlich oberhalb von 60 Millionen Euro, würde man Abstand nehmen. Vor allem, wenn zusätzlich juristische Risiken im Raum stehen.
Fest steht: Sportlich passt Diomande ins Anforderungsprofil des Rekordmeisters. Doch bevor es konkret werden kann, muss erst juristische Klarheit herrschen. Andernfalls droht aus einem vielversprechenden Transferziel eine komplizierte Hängepartie zu werden.
