Drei Erkenntnisse nach Leipzig: Diomande ist einer für Bayern

Sebastian Mittag

Der FC Bayern setzt sich gegen RB Leipzig durch und zieht ins Halbfinale des DFB-Pokals ein. FCBinside liefert drei Erkenntnisse zur Partie.

Die Münchner taten sich erst schwer, gewannen ihr Viertelfinale am Ende aber mit 2:0. Das Spiel lieferte folgende Erkenntnisse:

1. Die Bayern sind triplereif

Der Triple-Traum lebt beim FC Bayern. Die Mannschaften, die Meisterschaft, Champions League und DFB-Pokal in einer Saison gewannen, wurden zu Legenden. In den vergangenen Jahren platzte dieser Traum meist schon relativ früh in der Saison und erster Knackpunkt war immer der DFB-Pokal. Zuletzt schafften es die Bayern in der Saison 2019/20 ins Endspiel nach Berlin.

Nach dem Sieg gegen Leipzig stehen die Münchner im Halbfinale und können nun auf Leverkusen, Stuttgart oder Freiburg treffen. Der Finaleinzug und auch der Pokalsieg wirken alles andere als unrealistisch. In der Bundesliga haben sich die Bayern nach den Patzern gegen Augsburg und in Hamburg wieder gefangen. In der Champions League spielte die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany eine dominante Ligaphase und verlor nur beim FC Arsenal. In die meisten Duelle der Königsklasse werden die Bayern als Favorit gehen.

Träumen ist also nicht verboten. Sportvorstand Max Eberl brachte es nach dem Heimsieg gegen RB auf den Punkt: „Wir sind in allen drei Wettbewerben dabei. Wir wollten den kompakten März haben, jetzt haben wir den kompakten März mit Achtelfinale Champions League, Halbfinale Pokal. Wir sind extrem stolz“, sagte er. Und weiter: „Alle drei Wettbewerbe fängst du an, um sie zu gewinnen.“

Eberl warnte aber auch vor zu viel Euphorie zum jetzigen Zeitpunkt: „Schritt für Schritt. Wenn du dauernd zu weit schaust, dann kann man schnell stolpern.“

2. Chancentod Diaz? Diese Zeiten sind vorbei

Dass Luis Diaz für den FC Bayern ein absoluter Top-Transfer ist, zeichnete sich schnell ab. Doch zu Beginn der Saison gab es einen großen Makel: Der Kolumbianer, der vom FC Liverpool kam, ließ zahlreiche Großchancen liegen und erarbeitete sich damit den Ruf als Chancentod. Aber diese Zeiten sind jetzt vorbei.

Diaz erzielte zuletzt spielentscheidende Treffer – so eben wie das Tor zum 2:0-Endstand gegen RB, als Diaz nach starker Vorlage von Michael Olise eiskalt abschloss. Zuvor hatte Diaz die Bayern beim 2:2 in Hamburg zwischenzeitlich in Führung gebracht. Beim 5:1 gegen die TSG Hoffenheim schnürte er gleich einen Dreierpack und war Man of the Match. Gegen Leipzig traf er im dritten Spiel in Folge.

Bayern-Präsident Herbert Hainer musste nach der Partie wegen eines Spruches auf der Wiesn öffentlich zurückrudern: „Ich kann mich erinnern, dass ich beim Oktoberfest gesagt habe, dass wir unschlagbar sind, wenn Luis Diaz noch Tore schießt“, sagte er: „Das war zwar im Scherz gemeint, aber das ist wirklich so.“

Von seinen Mitspielern bekam Diaz nachher auch viel Lob. Harry Kane, der die Bayern per Elfmeter in Führung gebracht hatte, freute sich mit Diaz: „Er erzielt auch dreckige Tore, nicht nur glamouröse“. Joshua Kimmich zeigte sich regelrecht begeistert: „Seine Fußball-Freude ist ansteckend. Das macht Spaß. Bei ihm habe ich das Gefühl, er freut sich, alle drei Tage Fußball spielen zu dürfen. Das ist schon geil.“

3. Diomande ist einer für Bayern

Die Gäste aus Leipzig hielten in der Allianz Arena lange gut mit. Baumgartner netzte einmal für den Red-Bull-Klub ein, stand aber knapp im Abseits, weswegen der Treffer nicht zählte. Außerdem hätte RB nach einem Foulspiel von Josip Stanisic an Antonio Nusa gerne einen Elfmeter gehabt.

Am auffälligsten in der Leipziger Mannschaft spielte Yan Diomande. Der Offensivspieler von der Elfenbeinküste wurde von Trainer Ole Werner auf der rechten Seite eingesetzt, oft spielt Diomande auch links. Seinem Gegenspieler Alphonso Davies machte der 19-Jährige das Leben schwer. Diomande präsentierte sich antrittsstark, technisch sehr beschlagen und mit seiner Größe von 1,80 Metern für einen Flügelspieler körperlich erstaunlich robust.

Als die Leipziger Verantwortlichen Diomande aus der zweiten spanischen Liga von CD Leganes holten, bewiesen sie ein sehr gutes Näschen. In 23 Pflichtspielen sammelte der Youngster für RB schon 14 Scorerpunkte. Diomande sorgt in Deutschland für Aufsehen und das ist natürlich auch den Bayern-Bossen nicht entgangen. Diomande soll auf der Liste der Münchner sehr weit oben stehen.

Mit seinem Auftritt gegen den FCB unterstrich Diomande: Er ist einer für die Bayern. Von der FCB-Defensive war er kaum zu stoppen, seine Dribblings machten der ganzen Hintermannschaft Probleme – nicht nur Davies.

Ein Transfer von Diomande wäre kein einfaches Unterfangen: Wegen seiner starken Leistungen ist er bei Topteams in ganz Europa begehrt, zudem will Leipzig wohl mindestens 100 Millionen Ablöse für ihn. Zudem herrscht aktuell Verwirrung um einen Beratervertrag aus der Vergangenheit, der Verhandlungen kompliziert machen würde.

Trotzdem sollten die Bayern es versuchen. Mit seinen Qualitäten und seinem gewaltigen Potenzial würde Diomande hervorragend in die Mannschaft des Rekordmeisters passen.

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