Hängepartie bei Upamecano: Warum sich der Bayern-Deal weiter zieht

Vjekoslav Keskic

Der Vertragspoker um Dayot Upamecano entwickelt sich zur zähen Hängepartie. Seit Monaten ringen der FC Bayern und der 27-Jährige um eine Verlängerung – und obwohl zuletzt bereits von einem „Handschlag“ die Rede war, fehlt weiterhin die entscheidende Unterschrift.

Nach dem 2:0-Erfolg im DFB-Pokal gegen RB Leipzig äußerte sich Sportvorstand Max Eberl erneut zur Situation – und klang dabei deutlich zurückhaltender als sein Vorstandsvorsitzender. Auf die Frage, ob noch etwas schiefgehen könne, antwortete Eberl: „Ich glaube nicht. Solange die Tinte nicht unter dem Vertrag ist, gibt es keine Verkündung. Das ist normal im Leben.“ Ein Satz, der Optimismus ausstrahlen soll – aber keine hundertprozentige Sicherheit.

Dreesen spricht von „Handschlag-Vertrag“

Ganz anders klingt Jan-Christian Dreesen. Der Bayern-CEO hatte bereits in den vergangenen Tagen betont, dass man sich einander versprochen habe, den Vertrag zu verlängern. Nach dem Leipzig-Spiel legte er nach: „Wir haben ja gesagt, dass wir es einander versprochen haben, und dass jetzt die Unterschrift fehlt, und dass wir das in diesen Tagen auch machen werden.“ Auf die Nachfrage, ob es noch in dieser Woche passieren werde, antwortete er mit einem vielsagenden: „Ach Gott. Höchstwahrscheinlich.“

Zwischen den Zeilen wird deutlich: Während Dreesen demonstrativ Gelassenheit ausstrahlt, bleibt Eberl vorsichtiger. Kein Wunder – schließlich hatte die Causa zuletzt schon einmal eine überraschende Wendung genommen.

Nachdem Upamecano eine gesetzte Deadline verstreichen ließ, zogen die Bayern ihr Angebot zunächst schriftlich zurück. Erst in einem persönlichen Gespräch machte der Franzose klar, dass er doch verlängern wolle. Die Münchner legten ihm daraufhin das alte Angebot erneut vor – doch auch dieses ist bislang nicht unterschrieben.

Handgeld als Knackpunkt

Dayot Upamecano
Foto: IMAGO

Inhaltlich soll die Offerte eine Verlängerung bis 2030 beinhalten. Dem Vernehmen nach winken Upamecano bis zu 20 Millionen Euro Jahresgehalt, ein Handgeld in ähnlicher Größenordnung sowie eine Ausstiegsklausel über rund 65 Millionen Euro ab 2027.

Hauptstreitpunkt bleibt offenbar die Auszahlungsstruktur des Handgelds. Während die Spielerseite eine sofortige Komplettzahlung bevorzugt, wollen die Bayern den Betrag über die Vertragslaufzeit verteilen. Ein Detail – mit großer Wirkung.

Auch aus der Mannschaft gibt es klare Signale. Vize-Kapitän Joshua Kimmich bestätigte Gespräche mit seinem Teamkollegen: „Ich habe schon ein-, zweimal mit ihm gesprochen. Er kennt meine Meinung über ihn. Er macht das schon, der Junge.“ Und weiter: „Aus meiner Perspektive ist es natürlich die richtige Entscheidung, hierzubleiben. Aber ich kann nicht alle Faktoren aus seiner Perspektive beurteilen.“

Besonders schwärmte der DFB-Kapitän vom Gesamtpaket: „Ich glaube, das Paket Bayern München ist im Moment sehr, sehr sexy. Der Verein, die Stadt, die Fans, aber auch die Mannschaft und der Trainer – das macht große Freude.“

Noch fehlt die Unterschrift. Doch der Druck steigt. Denn je länger sich die Hängepartie zieht, desto größer wird das Restrisiko – auch wenn offiziell weiterhin Zuversicht herrscht.

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