Als Luis Díaz im Sommer 2025 für rund 70 Millionen Euro vom FC Liverpool zum FC Bayern wechselte, war die Skepsis groß. Zu teuer, zu alt, nicht mehr in seiner Prime – die Kritik ließ nicht lange auf sich warten. Noch bevor der Kolumbianer sein erstes Pflichtspiel im Trikot des Rekordmeisters bestritten hatte, wurde der Transfer hitzig diskutiert. Nur wenige Monate später wirkt all das wie ein Schnellschuss.
Díaz hat die Zweifler mit Leistungen auf höchstem Niveau verstummen lassen. 33 Torbeteiligungen in 31 Pflichtspielen sprechen eine deutliche Sprache. Statistisch ist der 29-Jährige damit im Schnitt an mehr als einem Tor pro Partie direkt beteiligt. Beim 5:1 gegen Hoffenheim war er an allen fünf Treffern beteiligt, im Pokal-Viertelfinale gegen RB Leipzig erzielte er das vorentscheidende 2:0. In den vergangenen beiden Spielen sammelte er insgesamt sechs Scorerpunkte.
Offensiv-Trio auf Weltklasse-Niveau
Gemeinsam mit Michael Olise, der bereits auf 38 Scorerpunkte kommt, und Harry Kane, der sogar bei 44 direkten Torbeteiligungen steht, bildet Díaz aktuell eines der gefährlichsten Offensiv-Trios im Weltfußball. Tempo, Kreativität, Abschlussstärke – die Mischung passt. Vor allem aber bringt Díaz eine Komponente ein, die beim FC Bayern intern besonders geschätzt wird: bedingungslose Intensität.
Vincent Kompany bezeichnete ihn zuletzt als „absolute Maschine“. Gemeint ist damit nicht nur seine Effizienz vor dem Tor, sondern auch seine Arbeitsrate gegen den Ball. Díaz sprintet, presst, geht in Zweikämpfe und arbeitet konsequent nach hinten mit. Genau dieses Profil hatte man an der Säbener Straße gesucht.
Eberls späte Bestätigung: „Wir waren überzeugt“

Sportvorstand Max Eberl spürt inzwischen eine gewisse Genugtuung. Nach dem Pokalsieg gegen Leipzig betonte er: „Wir wurden anfangs ein wenig kritisiert für seine Verpflichtung, aber wir wussten, was wir tun. Wir waren überzeugt, dass er sehr gut zu uns passen würde, nicht nur wegen seiner Tore und Vorlagen, sondern auch wegen seiner Einsatzbereitschaft und Intensität. Das hat er in Liverpool jahrelang gezeigt. Wir hatten das Gefühl, dass er sehr gut zu unserer Spielweise passt. Er ist ein sehr guter Transfer. Vielleicht werden einige Leute jetzt einen Rückzieher machen und sagen: Okay, vielleicht war es doch nicht so schlecht.“
Rückblickend wirkt der 70-Millionen-Deal weniger wie ein Risiko und mehr wie ein strategischer Volltreffer. Während viele den Transfer als überhasteten Prestige-Kauf einordneten, hat sich Díaz binnen weniger Monate als Schlüsselspieler etabliert – sportlich wie emotional.
An der Säbener Straße ist man überzeugt: Dieser Sommer-Transfer war kein Wagnis, sondern eine Ansage.
