Eberl unter Beobachtung: Warum seine Verlängerung kein Selbstläufer ist

Vjekoslav Keskic

Sportlich läuft es beim FC Bayern, die Transfers greifen, der Klub ist auf Triple-Kurs – und trotzdem steht Sportvorstand Max Eberl weiterhin unter Beobachtung. Wie nun bekannt wurde, ist seine Verlängerung beim Rekordmeister kein Selbstläufer.

Wie Christian Falk und Julian Agardi im BILD-Podcast „Bayern Insider“ berichten, gibt es bislang kein grünes Licht für eine vorzeitige Vertragsverlängerung.

Der Vertrag von Max Eberl läuft offiziell noch bis 2027. Nach den Statuten dürfen die Bayern erst ab dem 1. Juli eine Verlängerung beschließen. Doch ein klares Signal des Aufsichtsrats wäre bereits möglich gewesen – dieses ist bislang ausgeblieben. „Eberl weiß anscheinend noch nichts“, erklärt Falk im Podcast. Eine bemerkenswerte Aussage, wenn man die sportliche Entwicklung der vergangenen Monate betrachtet.

Vom Kritisierten zum Architekten des Aufschwungs

Max Eberl
Foto: IMAGO

Noch im Sommer 2025 war Eberl massiv unter Druck. Transfers wurden hinterfragt, die Trainerwahl von Vincent Kompany galt als Risiko. Agardi erinnert sich: „Es ist ja verrückt, wie schnell so was im Fußball geht.“ Damals habe es Stimmen gegeben, die das Projekt infrage stellten. Heute präsentiert sich ein völlig anderes Bild.

Rückblickend hat Eberl viele Entscheidungen getroffen, die voll aufgegangen sind. Besonders Luis Díaz gilt als Volltreffer. „Mit dem hast du wirklich alles richtig gemacht“, lobt Agardi. Auch bei Olise, Upamecano, Kimmich, Musiala und Davies seien die Weichen erfolgreich gestellt worden.

Ganz ohne Kritik bleibt Eberl dennoch nicht. Falk ordnet ein: „Billig war es nicht.“ Gemeint sind die teuren Vertragsverlängerungen der Leistungsträger. Gerade bei verdienten Spielern steigen die Gehaltsforderungen schnell – ein sensibles Thema in der Kabine.

Agardi bestätigt: „Solche Verlängerungen sind natürlich tendenziell immer ein bisschen teurer.“ Dennoch gehört es zur strategischen Linie des Klubs, Identifikationsfiguren langfristig zu binden. Für viele Fans ist genau das ein wichtiger Bestandteil der Bayern-DNA.

Noch kein klares Bekenntnis

Trotz sportlicher Erfolge fehlt bislang die offizielle Rückendeckung des Aufsichtsrats. Falk berichtet, dass selbst Lothar Matthäus öffentlich nachgehakt habe. Eberl habe auf Nachfrage erklärt: „Wenn mal jemand auf mich zukommen würde, dann könnten wir natürlich sprechen.“ Ein Satz, der Interpretationsspielraum lässt – und andeutet, dass noch kein konkreter Austausch stattgefunden hat.

Die kommenden Monate werden entscheidend sein. Sollte der FC Bayern die Saison mit Titeln krönen, würde das Eberls Position weiter stärken. Gleichzeitig bleibt die Personalie politisch sensibel – schließlich geht es um die langfristige strategische Ausrichtung des Vereins.

Aktuell gilt: Eberl liefert sportlich. Doch das formelle Bekenntnis steht noch aus. Und genau deshalb bleibt der Sportvorstand – trotz Triple-Kurs – weiter unter Beobachtung.

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