Verlängerung stockt: Schnappt sich Bayern im Sommer ein „Laimer-Double“?

Vjekoslav Keskic

Die Vertragsverlängerung von Konrad Laimer beim FC Bayern entwickelt sich zunehmend zur Hängepartie. Nach Informationen der BILD fordert der Österreicher künftig ein Gehalt von bis zu 15 Millionen Euro pro Jahr – nahezu eine Verdopplung seines aktuellen Salärs von rund acht Millionen Euro. Die Gespräche zwischen Klub und Spielerseite sollen derzeit auf Eis liegen.

Für die Verantwortlichen an der Säbener Straße ist das eine heikle Situation. Laimer hat sich unter Vincent Kompany als wichtiger Baustein etabliert, zuletzt sogar als umfunktionierter Rechtsverteidiger. Seine Laufstärke, sein aggressives Gegenpressing und seine taktische Disziplin machen ihn zu einem wertvollen Bestandteil des Systems. Doch die finanzielle Schmerzgrenze scheint erreicht.

In diesem Kontext taucht plötzlich ein bekannter Name auf: Xaver Schlager. Der Mittelfeldspieler von RB Leipzig wird den Klub im Sommer verlassen, sein Vertrag läuft aus. Eine Verlängerung ist ausgeschlossen. Damit wäre der 27-Jährige ablösefrei zu haben – ein Szenario, das beim Rekordmeister Erinnerungen weckt. Konrad Laimer kam einst ebenfalls ohne Ablöse aus Leipzig nach München.

BILD-Fußballchef Christian Falk deutet im Podcast „Bayern Insider“ mit einem Augenzwinkern an: „Ich kenne einen Transfer von einem Spieler, der nicht unähnlich ist.“ Die Parallelen sind offensichtlich. Auch Schlager gilt als Mentalitätsspieler, kompromisslos im Zweikampf, enorm laufstark und international erfahren.

Kein Glamour-Name – aber strategisch interessant

Xaver Schlager
Foto: IMAGO

Sollte Laimer perspektivisch dauerhaft als Rechtsverteidiger eingeplant werden, könnte im zentralen Mittelfeld Bedarf entstehen. Genau dort würde Schlager ins Profil passen. Robust, pressingresistent, mit klarer Rollenakzeptanz. Kein Spieler für Hochglanz-Schlagzeilen, aber einer für Struktur und Stabilität.

„Es ist kein Superstar“, betonte Falk. Doch gerade dieser nüchterne Ansatz passt zur aktuellen Transferstrategie der Münchner. Nach teuren Vertragsverlängerungen und einem ohnehin eng kalkulierten Budget könnte ein ablösefreier Transfer strategisch sinnvoll sein.

Natürlich wäre auch Schlager nicht wirklich „kostenlos“. Signing-Fee, Handgeld und Gehalt spielen eine entscheidende Rolle. Dennoch würde ein solcher Deal finanziellen Spielraum bewahren – vor allem im Vergleich zu einem Transfer mit zweistelliger Millionen-Ablöse.

Konkrete Gespräche sind bislang nicht bestätigt. Es handelt sich um eine Gedankenspielerei, eine Option im Hintergrund. Doch allein die Tatsache, dass der Name im Bayern-Umfeld kursiert, zeigt: An der Säbener Straße wird vorbereitet.

Die Zukunft von Laimer bleibt ein Schlüsselfaktor. Sollte der Gehalts-Poker weiter stocken oder die Positionierung im Kader neu gedacht werden, könnte Schlager plötzlich mehr als nur eine Alternative sein.

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