„Auf Dauer keine gute Konstellation“: Hamann warnt den FC Bayern

Vjekoslav Keskic

Die Vertragsverlängerung von Dayot Upamecano beim FC Bayern ist offiziell – doch die Diskussionen reißen nicht ab. Nach monatelangem Hin und Her unterschrieb der französische Nationalspieler ein neues Arbeitspapier bis 2030. TV-Experte Dietmar Hamann sieht den Verlauf der Verhandlungen allerdings äußerst kritisch und warnt vor langfristigen Folgen.

Im Gespräch bei Sky wunderte sich der frühere Nationalspieler offen über die Dynamik des Pokers. „Er hatte ein Angebot vorliegen, hat die Deadline verstreichen lassen, kam dann aber wieder angekrochen und hat gesagt, er will unterschreiben. Dann hat es aber noch einmal zwei Wochen gedauert. Ich weiß nicht, was es da noch zu verhandeln gab“, monierte Hamann.

Tatsächlich hatte der Rekordmeister das ursprüngliche Angebot zwischenzeitlich zurückgezogen, nachdem Upamecano eine gesetzte Frist hatte verstreichen lassen. Erst nach einem erneuten Vorstoß des Spielers und Gesprächen auf höchster Ebene wurde die Offerte offenbar wieder aktiviert – am Ende mit Erfolg.

Hamann sieht Machtverschiebung beim Rekordmeister

Dayot Upamecano
Foto: IMAGO

Nach übereinstimmenden Medienberichten soll Upamecano künftig deutlich mehr verdienen. Neben einer Gehaltserhöhung ist auch von einem Handgeld im zweistelligen Millionenbereich die Rede. Zudem kursieren Spekulationen über eine mögliche Ausstiegsklausel ab 2027. Details bestätigte der Klub nicht.

Für Hamann wirft der Verlauf dennoch grundsätzliche Fragen auf. „Ich muss mich schon etwas wundern über das Geschäft und das Verhandlungsgebaren der Bayern. Es war mal eine Zeit, in der die Bayern der starke Verein waren, der angesagt hat, was die Spieler machen können und was sie nicht machen können. Jetzt hast du das Gefühl, dass die Berater den Bayern sagen, was zu machen ist.“

Der 52-Jährige sieht darin eine problematische Entwicklung. Ein derart langer Poker könne Spuren hinterlassen – intern wie extern. „Auf Dauer ist das keine gute Konstellation“, stellte Hamann klar. Gerade mit Blick auf künftige Vertragsverhandlungen könnte das Signalwirkung haben.

Sportlich unverzichtbar unter Kompany

Unabhängig von den Nebengeräuschen ist Upamecano sportlich ein Fixpunkt unter Trainer Vincent Kompany. Der 27-Jährige zählt zu den absoluten Stammspielern und Leistungsträgern beim deutschen Rekordmeister. Seit seinem Wechsel 2021 von RB Leipzig für mehr als 40 Millionen Euro hat er sich in München zu einem der wichtigsten Defensivakteure entwickelt.

Die Bayern setzen mit der Verlängerung also klar auf Kontinuität in der Defensive. Ob der zähe Verlauf des Pokers tatsächlich langfristige Auswirkungen auf das Innenleben des Klubs hat, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Die Personalie Upamecano wird trotz Unterschrift noch einige Zeit nachhallen.

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