Berater enthüllt: So nah stand Jürgen Klopp vor einem Bayern-Wechsel

Vjekoslav Keskic

Jürgen Klopp und der FC Bayern – eine Konstellation, die über Jahre immer wieder diskutiert wurde, aber nie Realität wurde. Nun sorgt ausgerechnet sein langjähriger Berater Mark Kosicke für neue Einblicke. Im Gespräch mit Transfermarkt.de bestätigte der Agent, dass es tatsächlich konkrete Annäherungen zwischen dem deutschen Rekordmeister und Klopp gab. Gleich zweimal sei der FCB „sehr nah dran“ gewesen.

Kosicke wurde gefragt, ob Klopp überhaupt nach München gepasst hätte – schließlich galt das Verhältnis zwischen Bayern und dem früheren BVB-Coach lange als angespannt. Seine Antwort fiel deutlich aus. „Ich wüsste nicht, weshalb das nicht passen sollte. Jürgen isst gerne Brezeln und hatte mit Erdinger einen Weißbier-Partner. Er hat immer mit starken Persönlichkeiten zusammengearbeitet. Da hätte ich kein Problem gesehen“, erklärte Kosicke im Gespräch mit Transfermarkt.

Hoeneß wollte Klopp – Rummenigge Klinsmann

Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge
Foto: IMAGO

Besonders brisant ist der Blick zurück ins Jahr 2008. Damals stand der FC Bayern vor einer Richtungsentscheidung auf der Trainerbank. Laut Kosicke habe Uli Hoeneß Klopp verpflichten wollen, während Karl-Heinz Rummenigge auf Jürgen Klinsmann setzte. Am Ende bekam Rummenigge seinen Wunschkandidaten – mit bekanntem Ausgang. Klinsmanns Zeit in München endete bereits nach wenigen Monaten.

Die zweite Annäherung folgte im Herbst 2019 nach der Trennung von Niko Kovac. Doch auch diesmal kam es nicht zum großen Coup. Klopp stand damals beim FC Liverpool unter Vertrag und war auf dem Weg, mit den Reds Geschichte zu schreiben. „Da war Jürgen aber bei Liverpool, wurde ebenfalls angefragt. Keiner dachte, dass es mit Hansi Flick so erfolgreich laufen würde“, so Kosicke.

Timing als entscheidender Faktor

Der Kern der verpassten Zusammenarbeit liegt laut Klopps Berater im richtigen Zeitpunkt – oder eben im fehlenden. „Es gab einfach nie das richtige Momentum“, stellte Kosicke klar. Mal fehlte intern die Einigkeit, mal passte die sportliche Situation nicht, mal war Klopp anderweitig gebunden.

Rückblickend wirkt es wie eine jener Parallelgeschichten des Fußballs, die immer wieder für Gesprächsstoff sorgen. Gerade mit Blick auf die erfolgreiche Ära von Klopp in Liverpool und die späteren Titeljahre der Bayern unter Flick stellt sich unweigerlich die Frage, wie eine gemeinsame Zukunft ausgesehen hätte.

Heute ist Klopp als globaler Fußballchef bei Red Bull tätig und damit weit entfernt vom Tagesgeschäft in der Bundesliga. Der FC Bayern wiederum hat unter Vincent Kompany einen neuen sportlichen Kurs eingeschlagen.

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