Drei Bayern-Erkenntnisse nach Bremen: Karl meldet sich zurück

Sebastian Mittag

Der FC Bayern setzt sich am 22. Spieltag souverän bei Werder Bremen durch. FCBinside liefert drei Erkenntnisse zur Partie.

Die Bayern gewannen das Traditionsduell im Weserstadion klar mit 3:0. Das Spiel lieferte folgende Erkenntnisse:

1. Goretzka gibt nicht auf

Dass Leon Goretzka nicht aufgab, als ihn die Bayern mehrfach gerne verkauft hätten, ist schon langsam auserzählt. Beim Spiel in Bremen hat Goretzka dieser Geschichte aber ein neues Kapitel hinzugefügt.

Seit der Nationalspieler einen Winterwechsel zu Atlético Madrid ablehnte, bekam er nur noch wenige Spielminuten. In den Spielen gegen Eindhoven in der Champions League sowie gegen Hamburg und Hoffenheim in der Bundesliga saß er jeweils über 90 Minuten auf der Bank und kam gar nicht mehr rein.

Im Weserstadion feierte Goretzka dann etwas überraschend seine Rückkehr in die Startelf – und konnte gleich wieder überzeugen. Im Mittelfeldzentrum neben Joshua Kimmich legte Goretzka ein fehlerfreies Spiel hin, konnte eine Passquote von 97 Prozent vorweisen und leitete mit seinem Ballgewinn das 2:0 durch Harry Kane ein und markierte den 3:0-Endstand mit seinem Treffer sogar selbst.

Goretzka blieb beim FCB, weil er dieses Jahr nochmal ordentlich Titel gewinnen will. Zwischenzeitlich sah es aber so aus, als würde er nur noch von der Bank aus dabei zuschauen. Das Spiel in Bremen war ein Statement von Goretzka. Auf ihn kann man immer noch bauen – gerade in der entscheidenden Saisonphase, in der Trainer Vincent Kompany immer mal wieder rotieren wird.

Seine Motivation für die letzten Monate in München brachte Goretzka nach dem Spiel auf den Punkt: „Wir haben diese Saison das Gefühl, dass alles möglich ist“, sagte er. Das Ziel für Goretzka sind alle Titel: „Triple, klar“.

2. Karl meldet sich zurück

Für Lennart Karl ging es zuletzt nicht mehr nur steil nach oben. In der Winterpause sorgte er mit den Aussagen zu seinem Traumverein Real Madrid für Wirbel. Bei seinen letzten Auftritten tat sich der 17-Jährige deutlich schwerer als bei seinem kometenhaften Aufstieg am Anfang der Saison. Gegen Hoffenheim musste er sich Häme gefallen lassen, nachdem ein Übersteiger schiefging.

In Bremen meldete sich Karl aber wieder zurück. Besonders in der ersten Halbzeit wirkte das Supertalent wieder sehr spritzig, ging oft ins Dribbling und holte so auch den Elfmeter heraus, den Kane zum 1:0 für die Bayern verwandelte. Karl zauberte aber nicht nur nach vorn, sondern arbeitete auch nach hinten.

Dafür bekam er nach dem Spiel sogar ein Extralob vom Trainer: „Bremen war immer gefährlich mit ihren Flanken. Und in der 1. Halbzeit gab es eine Flanke zum zweiten Pfosten. Wenn er die Lücke von Stanisic nicht abgedeckt hätte, wäre das ein Tor für Bremen gewesen“, hob Kompany Karls Defensivverhalten in dieser Szene heraus: „Und das nur, weil ein junger 17-jähriger Spieler im Kopf umschaltet und erkennt, dass er der Mannschaft helfen muss. Das ist für mich das Wichtigste.“

Der Belgier weiter: „Sein Talent und seine Qualität haben wir ohnehin schon im Training und in den Spielen gesehen. Als junger Spieler hat er nicht den Druck, eine Mannschaft zum Erfolg zu bringen. Aber heute hat er offensiv und defensiv gut gearbeitet.“ In der zweiten Hälfte in Bremen war Karl dann nicht mehr so auffällig wie im ersten Durchgang, doch die Formkurve zeigt für ihn wieder klar nach oben.

3. Gnabry taucht wieder unter

Bei Serge Gnabry hält sich das Klischee, dass er nie so gut spielt wie wenn er gerade um einen neuen Vertrag spielt. Anfang Februar wurde nun seine Verlängerung beim Rekordmeister verkündet, danach konnte er in den Spielen gegen Hoffenheim, im Pokal gegen Leipzig und nun in Bremen nicht überzeugen. Jedes Mal reichte es bei Gnabry nur für die FCBinside-Note 4.

Serge Gnabry
Foto: IMAGO

Gnabry arbeitete auch in Bremen wieder engagiert, für seine Position in der offensiven Zentrale kreierte er aber wieder zu wenige gefährliche Szenen. Wie auch in den Spielen davor, war Gnabry in längeren Phasen des Spiels kaum zu sehen. Dass das in irgendeiner Weise mit seinem neuen Vertrag zu tun hat, ist natürlich reine Spekulation.

Gnabrys aktuelle Formdelle fällt aber zusammen mit der weiter voranschreitenden Rückkehr von Jamal Musiala. Die Bayern bauen ihre Nummer 10 nach seiner schweren Verletzung im Sommer weiter sehr behutsam auf. In Bremen wurde Musiala in der 69. Minute eingewechselt. Gnabry musste für ihn vom Platz. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis Musiala wieder in der Startelf der Bayern steht. Gnabry sammelt aktuell wenige Argumente, um dann an seiner Seite zu spielen.

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