Kurioser Torjubel: Goretzka erklärt, was hinter dem „Birdie-Tanz“ steckt

Felix Flechsig

Für Leon Goretzka war der Samstagnachmittag an der Weser mehr als nur ein Pflichtspiel. Beim 3:0-Auswärtssieg des FC Bayern gegen Werder Bremen stand der 31-Jährige erstmals seit längerer Zeit wieder in der Startelf – und nutzte seine Chance eindrucksvoll. Als Vertreter des zuletzt gesetzten Aleksandar Pavlovic überzeugte der Mittelfeldspieler mit Präsenz, Dynamik und dem Treffer zum Endstand.

Doch nicht nur das Tor selbst sorgte für Gesprächsstoff, sondern auch der anschließende Jubel. Goretzka schlug seine Arme wie Flügel auf und ab – eine Szene, die für Verwunderung und Schmunzeln gleichermaßen sorgte. Nach Abpfiff klärte der Nationalspieler bei Sky auf, was es mit der ungewöhnlichen Geste auf sich hatte.

„Ich habe mit Stani vor dem Spiel gesprochen. Wir golfen hin und wieder zusammen. Das ist der sogenannte ‚Birdie-Tanz‘, den ich da aufführe“, erklärte Goretzka mit einem Lächeln. „Wir haben vor dem Spiel gesagt, dass wir den zusammen tanzen, wenn einer von uns heute ein Tor macht. Er war leider schon draußen, aber er hat auf der Bank mitgetanzt.“

Zur Einordnung: Im Golf bezeichnet ein „Birdie“ ein Ergebnis, bei dem ein Loch mit einem Schlag unter Par gespielt wird. Noch besser wäre ein „Eagle“, also zwei Schläge unter Par. Auf die scherzhafte Nachfrage, wie ein Eagle-Jubel aussehen würde, antwortete Goretzka augenzwinkernd: „Da müssten die Flügel theoretisch ein bisschen größer sein, vielleicht mit gestreckten Armen dann.“

Goretzka über schwierige Phase und Kompany

Leon Goretzka, Vincent Kompany
Foto: IMAFO

Sportlich war der Treffer in Bremen für Goretzka ebenfalls ein wichtiges Signal. Der Mittelfeldspieler galt im Sommer bereits als Verkaufskandidat, musste sich zu Saisonbeginn unter Vincent Kompany häufig mit einer Nebenrolle begnügen. Umso bemerkenswerter ist sein Weg zurück in die Startelf.

Auf seine Motivation angesprochen, zeigte sich Goretzka reflektiert: „Erst mal habe ich mein Leben lang eine intrinsische Motivation, was Fußball betrifft, und zum anderen gehört es für mich zum Profi sein dazu, dass man sein Bestes gibt, um die Farben auf dem Platz zu vertreten. Mal läuft es besser, mal schlechter. Ich glaube, insgesamt haben die positiven schon deutlich überwogen.“

Auch das Verhältnis zu Trainer Vincent Kompany hob er ausdrücklich hervor. Die ersten Wochen unter dem Belgier seien „nicht einfach“ gewesen, doch von Beginn an habe es eine offene Kommunikation gegeben. „Ich habe von Anfang an ein super Verhältnis zum Trainer gehabt. Er hat mir gesagt, dass wenn ich meine Leistungen bringe und weiter arbeite, meine Chancen bekomme. Und so ist es auch gekommen“, so Goretzka.

In Bremen bekam er diese Chance – und verwandelte sie nicht nur sportlich in ein kleines Birdie, sondern setzte mit seinem Jubel auch ein Zeichen für Teamgeist und Lockerheit.

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