Mit der Verlängerung von Dayot Upamecano bis 2030 hat der FC Bayern einen der zähesten Vertragspoker der vergangenen Monate beendet. Zuvor hatte bereits Serge Gnabry sein Arbeitspapier bis 2028 ausgedehnt. Doch an der Säbener Straße ist die Personalplanung noch längst nicht abgeschlossen.
Neben Leon Goretzka, der den Verein am Saisonende verlassen wird, laufe zum 30. Juni noch vier weitere Verträge – und in allen Fällen stehen richtungsweisende Entscheidungen an.
Manuel Neuer – Entscheidung liegt beim Kapitän

Die wohl spannendste Personalie bleibt Manuel Neuer. Der Weltmeister von 2014 wird Ende März 40 Jahre alt, sportlich hat er zuletzt aber erneut unter Beweis gestellt, dass er weiterhin auf höchstem Niveau performen kann.
Die Gespräche sollen rund um seinen Geburtstag Fahrt aufnehmen. FCB-intern ist klar: Neuer genießt höchste Wertschätzung. Sportdirektor Christoph Freund betonte zuletzt, er sei „ein ganz wichtiger Bestandteil“ und weiterhin der Kapitän mit Vorbildfunktion.
Am Ende hängt alles am Torwart selbst. Fühlt sich sein Körper bereit für eine weitere Saison auf Weltklasse-Niveau, ist eine Verlängerung um ein Jahr realistisch. Sollte er sich dagegen entscheiden, steht mit Jonas Urbig ein designierter Nachfolger bereit.
Sven Ulreich – Routinier mit Perspektive im Klub?
Bei Sven Ulreich ist vieles an die Personalie Neuer gekoppelt. Die beiden verbindet ein enges Verhältnis, sportlich bildet das Trio mit Urbig ein eingespieltes Torhüterteam.
Ulreich könnte seine aktive Karriere im Sommer beenden – oder im Falle eines Neuer-Abschieds noch einmal als erfahrener Backup verlängern. Intern wird zudem über eine Anschlussfunktion im Verein nachgedacht.
Raphael Guerreiro – Flexibel, aber verzichtbar
Raphael Guerreiro steht exemplarisch für Bayerns Flexibilitätspolitik. Der Portugiese kann mehrere Positionen im Mittelfeld und auf der linken Seite bekleiden, war jedoch selten unumstritten gesetzt.
Konkrete Gespräche gab es bislang nicht. Viel wird davon abhängen, wie die Kaderstruktur im Sommer aussieht und ob ein erfahrener Allrounder benötigt wird.
Nicolas Jackson – Teure Leihe ohne Perspektive

Bei Nicolas Jackson deutet vieles auf eine klare Entscheidung hin. Der Senegalese kam als Wunschlösung auf Leihbasis vom FC Chelsea, konnte sich hinter Harry Kane jedoch nicht nachhaltig empfehlen.
Fünf Tore und eine Vorlage in 21 Einsätzen sind für einen Offensivspieler dieses Kalibers zu wenig. Hinzu kommt die hohe Kaufoption von 65 Millionen Euro – ein Betrag, den die Bayern unter den aktuellen Umständen kaum investieren werden.
