Verletzungsschock! Bayern muss wochenlang auf Manuel Neuer verzichten

Vjekoslav Keskic

Der erste Eindruck täuschte. Nach dem 3:0-Auswärtssieg des FC Bayern bei Werder Bremen war noch von einer reinen Vorsichtsmaßnahme die Rede, als Manuel Neuer zur Halbzeit ausgewechselt wurde. Vincent Kompany, Max Eberl und Christoph Freund gaben zunächst Entwarnung, auch der Kapitän selbst feierte nach Abpfiff mit den mitgereisten Fans.

Nun herrscht Klarheit – und die fällt deutlich ernster aus.

Wie der FC Bayern am Sonntag offiziell mitteilte, hat sich Neuer einen Faserriss in der linken Wade zugezogen. „Der FC Bayern München muss vorerst auf seinen Kapitän verzichten: Manuel Neuer hat sich beim gestrigen Bundesliga-Auswärtsspiel gegen den SV Werder Bremen (3:0) einen Faserriss in der linken Wade zugezogen. Das ergab eine eingehende Untersuchung der medizinischen Abteilung des FC Bayern“, heißt es in der Pressemitteilung.

Mehr als nur eine Vorsichtsmaßnahme

Manuel Neuer
Foto: IMAFO

Damit ist klar: Der 39-Jährige wird länger fehlen als zunächst angenommen. Die Bundesliga-Partien gegen Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund wird Neuer definitiv verpassen. Wie lange die Zwangspause insgesamt dauert, hängt vom genauen Heilungsverlauf und der anschließenden Reha ab. Nach Informationen der BILD wird Neuer mindestens drei Wochen fehlen.

Ein realistisches Ziel dürfte nun das Achtelfinale der Champions League im März sein. Spätestens dort braucht der Rekordmeister seine Nummer eins in Bestform – vorausgesetzt, die Wade spielt mit.

Bis dahin übernimmt Jonas Urbig. Der 22-Jährige ersetzte Neuer bereits in Bremen nach der Pause und hinterließ einmal mehr einen abgeklärten Eindruck. Trainer Vincent Kompany betonte zuletzt mehrfach das „volle Vertrauen“ in seinen jungen Keeper. Intern gilt Urbig ohnehin als designierter Nachfolger, sollte Neuer seine Karriere mittelfristig beenden.

Die Verletzung bekommt damit auch eine strategische Komponente. Neuers Vertrag läuft im Sommer aus, eine Verlängerung ist weiterhin offen. Der Routinier hatte mehrfach betont, dass eine Entscheidung maßgeblich davon abhängt, ob sein Körper den hohen Belastungen noch standhält. Ein Faserriss passt da naturgemäß nicht ins Bild.

Für den FC Bayern beginnt nun eine heikle Phase ohne seinen Kapitän. Sportlich ist man mit Urbig gut aufgestellt – emotional und strukturell wiegt der Ausfall Neuers dennoch schwer

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