Der bevorstehende Abschied von Leon Goretzka zwingt den FC Bayern dazu, sich intensiv mit der künftigen Ausrichtung im zentralen Mittelfeld auseinanderzusetzen. Während intern mit Noel Aseko eine kostengünstige Lösung bereitsteht, taucht auf der externen Kandidatenliste immer wieder ein Name auf: Nathan de Cat.
Wie Sky berichtet, beobachten die Münchner das belgische Top-Talent bereits seit geraumer Zeit. Demnach soll der Rekordmeister auch schon erste informelle Gespräche mit dem Umfeld des 17-Jährigen geführt haben, um das grundsätzliche Interesse zu hinterlegen. Eine konkrete Offerte steht zwar noch aus, doch der Austausch ist offenbar erfolgt.
Vor allem Vincent Kompany gilt als Befürworter eines Transfers. Der Bayern-Coach soll intern große Stücke auf den zentralen Mittelfeldspieler halten und ihn als entwicklungsfähige Option mit langfristigem Potenzial sehen. De Cat bringt Dynamik, Spielintelligenz und Führungsqualitäten mit – Eigenschaften, die an der Säbener Straße hochgeschätzt werden.
Anderlecht setzt klare Preisgrenze

Ein Selbstläufer wird ein möglicher Deal allerdings nicht. Wie das belgische Portal Voetbalfocus berichtet, ist der RSC Anderlecht grundsätzlich bereit, sein Eigengewächs im Sommer ziehen zu lassen – allerdings nur zu entsprechenden Konditionen. Demnach liegt die Preisvorstellung bei mindestens 30 Millionen Euro. Übereinstimmenden Meldungen zufolge hat der Verein im Winter ein Angebot in Höhe von 20 Millionen Euro von Brighton & Hove Albion abgelehnt.
Für einen 17-Jährigen wäre das eine enorme Summe. De Cat steht noch bis 2027 unter Vertrag, was Anderlecht in eine komfortable Verhandlungsposition bringt. Der belgische U19-Nationalspieler selbst soll den nächsten Schritt in seiner Karriere anstreben, was einen Transfer im Sommer wahrscheinlicher macht.
Die Bayern sind jedoch nicht allein im Rennen. Laut Voetbalfocus gilt Borussia Dortmund als ernstzunehmender Konkurrent. Auch RB Leipzig und Bayer Leverkusen sollen sich mit dem Shootingstar beschäftigen. Ein klassischer Bundesliga-Viererpack im Werben um ein Top-Talent ist also durchaus denkbar.
Aseko als deutlich günstigere Alternative
Parallel dazu rückt eine interne Lösung immer stärker in den Fokus. Noel Aseko, aktuell an Hannover 96 ausgeliehen, hat sich in der 2. Bundesliga als Leistungsträger etabliert. Die Bayern verfügen über eine Rückkaufoption in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro – ein Bruchteil der geforderten Ablöse für de Cat.
Sollten sich die Verantwortlichen für Aseko entscheiden, wäre das nicht nur finanziell attraktiv, sondern auch strategisch nachvollziehbar. Der 20-Jährige kennt den Verein, bringt Aggressivität und Tempo mit und könnte schrittweise an höhere Aufgaben herangeführt werden.
Ob sich der FC Bayern im Sommer zu einem Millionen-Investment für de Cat entschließt oder auf die interne Karte setzt, dürfte maßgeblich von der finalen Kaderplanung im Mai und Juni abhängen. Klar ist: Der Markt wird sondiert – und günstige Lösungen werden derzeit mindestens genauso intensiv geprüft wie prestigeträchtige Transfers.
