Eberl verteidigt Upamecano-Deal: „Ein Zeichen der Bayern-Strahlkraft“

Vjekoslav Keskic

Der monatelange Vertragspoker ist beendet, die Unterschrift ist gesetzt: Dayot Upamecano bleibt dem FC Bayern bis zum 30. Juni 2030 erhalten. Was auf den ersten Blick nach Planungssicherheit klingt, sorgt hinter den Kulissen und vor allem bei Fans und Experten für hitzige Diskussionen. Denn günstig war dieser Deal keineswegs.

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge kassiert der 27-jährige Franzose künftig bis zu 20 Millionen Euro pro Jahr. Hinzu kommt ein Handgeld im Bereich von 15 bis 20 Millionen Euro. Rechnet man Gehalt und Bonuszahlungen über die gesamte Laufzeit zusammen, bewegt sich das Gesamtpaket offenbar in einer Größenordnung von rund 100 Millionen Euro. Für viele Beobachter ist das eine Summe, die Fragen aufwirft – insbesondere mit Blick auf die zuletzt immer wieder betonte finanzielle Disziplin an der Säbener Straße.

Max Eberl kann die Kritik nachvollziehen, hält sie jedoch für zu kurz gedacht. Im Gespräch mit SPORT1 verteidigte der Sportvorstand den XXL-Deal mit klaren Worten. „Bei auslaufenden Verträgen ist klar, dass der Spieler in einem oder in einem halben Jahr ablösefrei gehen kann. Damit befindet man sich automatisch in einer Marktsituation, in Konkurrenz zu anderen Klubs. Das beeinflusst die gesamte Sache enorm, schließlich hat sich der Markt deutlich verändert“, erklärte der 52-Jährige.

Planungssicherheit statt Transfer-Risiko

Max Eberl
Foto: IMAGO

Für Eberl ist die Verlängerung vor allem ein strategischer Erfolg. „Dayot hat jetzt verlängert – das bedeutet erst mal, dass die Kaderplanung in der Innenverteidigung für die neue Saison vorerst abgeschlossen ist. Und es ist auch ein Zeichen, wie groß die internationale Strahlkraft des FC Bayern ist“, betonte er. In Zeiten, in denen finanzstarke Klubs aus der Premier League oder Saudi-Arabien regelmäßig mit lukrativen Angeboten locken, sei es alles andere als selbstverständlich, einen Spieler dieser Kategorie langfristig zu binden.

Dass die Gespräche kompliziert waren, daraus machte Eberl kein Geheimnis. „Die Verhandlungen waren definitiv nicht einfach, das sind sie aber grundsätzlich nur selten. Es gibt immer Themen, Wünsche und Vorstellungen auf beiden Seiten, die man zusammenbringen muss. Dass Dayot verlängern wollte, war von Anfang an spürbar – dann ging es eben darum, Lösungen zu finden. Das haben wir geschafft.“

Der Kern seiner Argumentation ist klar: Verlängern kostet – Nicht-Verlängern kann noch teurer werden. „Natürlich haben die Verlängerungen Geld gekostet. Aber es kostet noch mehr, wenn ich Spieler von der Qualität eines Joshua Kimmich, Jamal Musiala, Alphonso Davies oder Dayot Upamecano kaufen muss – wenn man solche überhaupt findet“, so Eberl.

Mit der Unterschrift von Upamecano hat der FC Bayern zumindest auf einer Schlüsselposition Ruhe geschaffen. Ob sich das 100-Millionen-Paket langfristig auszahlt, wird sich auf dem Platz entscheiden. Sportlich ist der Franzose unter Vincent Kompany unumstrittener Stammspieler – finanziell bleibt der Deal ein Statement.

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