Thomas Müller und der FC Bayern – diese Verbindung reicht weit über das Spielfeld hinaus. Nun hat Uli Hoeneß erstmals konkreter darüber gesprochen, wie eine Zukunft des Weltmeisters von 2014 in einer Führungsrolle beim Rekordmeister aussehen könnte.
Im Gespräch mit der BILD wurde der Ehrenpräsident gefragt, ob Müller eines Tages CEO beim FC Bayern werden könne. Hoeneß machte deutlich, dass er sich diesen Weg grundsätzlich vorstellen kann – allerdings nicht ohne Vorbereitung.
„Thomas habe ich schon angeboten, dass wir ihn richtig ausbilden“, erklärte Hoeneß. Gleichzeitig schob er eine klare Einschränkung hinterher: „Es ist nicht möglich, die Profikarriere zu beenden und am nächsten Tag Verträge über 100 Millionen Euro zu verhandeln und Hunderte Mitarbeiter zu führen.“
Hospitation statt Schnellstart
Die Idee hinter Hoeneß’ Gedankenspiel: Müller soll Schritt für Schritt an eine mögliche Managementrolle herangeführt werden. Konkret brachte der 74-Jährige ein Ausbildungsmodell ins Spiel, das Hospitationen bei großen Konzernen und internationalen Topklubs – sowohl in Europa als auch in den USA – vorsieht.
„Er konnte sich das auch grundsätzlich vorstellen, aber noch nicht jetzt“, so Hoeneß weiter. Heißt: Ein direkter Übergang vom Rasen ins Vorstandsbüro ist aktuell kein Thema. Vielmehr geht es um eine langfristige Perspektive – mit Lernphase, Netzwerkaufbau und strategischer Vorbereitung.
Wunsch nach einem Ex-Profi an der Spitze

In diesem Zusammenhang formulierte Hoeneß auch einen grundsätzlichen Gedanken zur Führungsstruktur des FC Bayern. Zwar mache Jan-Christian Dreesen „als CEO hervorragend“ seinen Job. Dennoch stellte Hoeneß die Frage in den Raum, ob es perspektivisch nicht ideal wäre, wieder einen ehemaligen Topspieler an der Spitze zu haben – ähnlich wie einst Karl-Heinz Rummenigge.
„Da oben müsste vielleicht irgendwann idealerweise auch wieder einer sein, der wie Karl-Heinz auf hohem Niveau selbst gespielt hat und bereit ist, alles in diese Aufgabe, den Verein zu führen, zu investieren“, sagte Hoeneß.
Gleichzeitig ließ er durchblicken, dass sich die Rahmenbedingungen verändert haben. Ob heutige Spieler, die in ihrer Karriere 50 oder 60 Millionen Euro verdient haben, später noch die gleiche Motivation für eine aufreibende Managementrolle mitbringen, sei „die große Frage“.
Die Botschaft ist klar: Hoeneß kann sich Thomas Müller in einer zentralen Rolle beim FC Bayern durchaus vorstellen – aber nicht als Schnelllösung. Wenn Müller eines Tages Verantwortung im Vorstand übernehmen sollte, dann mit Ausbildung, Erfahrung und einem klaren Plan.
Müller selbst hat vor kurzem betont, dass er einer Rückkehr zum FC Bayern offen gegenübersteht. Derzeit konzentriert sich der Weltmeister von 2014 allerdings voll und ganz auf seine Profikarriere bei den Vancouver Whitecaps.
