„Wäre für uns ein toller Spieler gewesen“: Eberl bestätigt Bayern-Transferziel

Vjekoslav Keskic

Max Eberl hat es nun selbst ausgesprochen – und damit Spekulationen der vergangenen Wochen untermauert. Der FC Bayern war tatsächlich an Jérémy Jacquet von Stade Rennes interessiert. Doch am Ende entschied sich der Rekordmeister bewusst gegen einen Millionen-Transfer und für eine interne Lösung.

„Jérémy Jacquet von Stade Rennes wäre für uns beispielsweise ein toller Spieler gewesen“, erklärte Eberl überraschend offen im Gespräch mit SPORT1. Eine bemerkenswerte Aussage, denn bislang hatte sich kein Verantwortlicher öffentlich so klar zu dem französischen Innenverteidiger bekannt. Dass der 19-Jährige im Sommer 2026 zum FC Liverpool wechselt, änderte die strategische Ausrichtung der Münchner entscheidend.

Die Summe, die Liverpool für Jacquet auf den Tisch legte, war aus Sicht der Bayern offenbar ein entscheidender Faktor. „Wenn wir sehen, dass er mit 19 Jahren für kolportierte 70 Millionen Euro nach Liverpool geht, müssen wir überlegen, was für Bayern München das Beste ist“, so Eberl weiter.

Hinter den Kulissen hatte es nach übereinstimmenden Medienberichten konkrete Gespräche mit der Spielerseite gegeben. Das Interesse war also keineswegs lose oder oberflächlich. Vielmehr prüften die Münchner ernsthaft, ob Jacquet perspektivisch eine tragende Rolle im Abwehrzentrum übernehmen könnte.

Doch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zwangen die Bayern zum Umdenken. In einer Phase, in der der Klub verstärkt auf Gehaltsstruktur, Nachhaltigkeit und strategische Kaderplanung achtet, erschien ein 70-Millionen-Investment für einen 19-Jährigen als riskantes Unterfangen.

Upamecano als „interner Transfer“

Jeremy Jacquet
Foto: IMAGO

Die Antwort der Bayern folgte prompt – und sie kam aus dem eigenen Kader. „Unsere Antwort war eben, die Verlängerung mit Dayot anzugehen“, stellte Eberl klar. Statt eine hohe Ablöse zu investieren, band man einen etablierten Leistungsträger langfristig.

Upamecano kennt das Umfeld, ist im besten Fußballeralter und hat sich unter Vincent Kompany zu einem Abwehrchef entwickelt. „Er kennt den Klub, ist im besten Alter und gehört zu den besten Innenverteidigern der Welt. Sportlich und finanziell ist es daher die richtige Entscheidung“, betonte Eberl.

Die Verlängerung sei deshalb wie ein „interner Transfer“ zu bewerten – ein Begriff, der sinnbildlich für die neue Denkweise an der Säbener Straße steht. Qualität sichern, ohne sich in extreme Ablösesphären treiben zu lassen.

Mit Jonathan Tah, Minjae Kim und Upamecano ist das Abwehrzentrum aktuell stark besetzt. Jacquet wäre ein Investment in die Zukunft gewesen – doch Bayern entschied sich für Stabilität im Hier und Jetzt.

Eberls Aussagen zeigen deutlich: Der Rekordmeister mischt bei Europas Top-Talenten weiterhin mit. Doch am Ende entscheidet nicht nur das sportliche Potenzial, sondern das Gesamtpaket. Und das war im Fall Jacquet offenbar eine Nummer zu groß.

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