Berater zu mächtig? Eberl: „Man muss dann eben Nein sagen“

Sebastian Mittag

Die Rolle von Spielerberatern sorgte zuletzt für hitzige Diskussionen. Matthias Sammer hatte deutliche Kritik geäußert und Berater sogar als „unnötig“ bezeichnet. Nun hat sich auch Bayerns Sportvorstand Max Eberl zu dem Thema zu Wort gemeldet.

„Berater sind keine neue Erscheinung und vielleicht haben Spieler vermehrt das Gefühl vermittelt bekommen, sie müssten sich schützen. Verträge haben mittlerweile 30 und noch mehr Seiten. Es geht um Vermarktung, Rechte und mehr. Das Beratergeschäft hat sich also entwickelt, weil neben der Leistung auf dem Platz noch ganz viele Themen außenherum dazugekommen sind“, erklärte Eberl im Interview mit SPORT1.

Für den 52-Jährigen ist klar, dass sich das Geschäft in den vergangenen Jahren grundlegend verändert hat. Die zunehmende Komplexität von Verträgen und die wirtschaftlichen Dimensionen hätten dazu geführt, dass Spieler professionelle Unterstützung benötigen. Gleichzeitig räumt Eberl ein, dass es problematische Entwicklungen gibt.

„Die Summen, die da heute im Spiel sind, sind teilweise natürlich sehr hoch und man kann schon sagen, dass die Rolle der Berater vielleicht zu groß geworden ist“, so der Bayern-Boss. Er habe selbst bereits in Kommissionen mitgewirkt, die versucht hätten, dem Geschäft mehr Struktur zu geben. „Aber in einer freien Marktwirtschaft ist das natürlich nicht so leicht umzusetzen. Es ist ein sehr komplexes Thema, das ist uns allen klar.“

Klare Haltung bei überzogenen Forderungen

Max Eberl
Foto: IMAGO

Trotz aller Kritik sieht Eberl die Verantwortung am Ende auch bei den Vereinen. „Man muss genau abwägen und dann eben ‚Nein‘ sagen, wenn die Forderungen unverhältnismäßig sind“, stellte er klar. Damit macht der Sportvorstand deutlich, dass sich der FC Bayern nicht zu jedem Preis auf Forderungen einlassen will.

Zugleich betont Eberl, dass nicht alle Berater über einen Kamm geschoren werden sollten. „Natürlich gibt es auch viele gute Berater, mit denen man zusammenarbeiten kann, aber eben auch einige, die etwas radikaler und rücksichtsloser durch die Welt gehen.“ Entscheidend sei letztlich die eigene Haltung: „Aber wie gesagt: man kann als Verein immer selbst entscheiden, ob man Dinge machen möchte oder nicht.“

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