Die nächste Personalentscheidung mit Signalwirkung wirft beim FC Bayern bereits ihre Schatten voraus. Max Eberls Vertrag läuft im Sommer 2027 aus – und damit stellt sich die Frage, wie es mit dem Sportvorstand langfristig weitergeht. Nun hat sich Uli Hoeneß im Interview mit der BILD klar positioniert.
Der Ehrenpräsident machte deutlich, dass es vorerst keine Entscheidung geben kann. „Im Aktienrecht ist geregelt, dass wir vor dem 1. Juli – also ein Jahr vor Vertragsende – nicht darüber entscheiden dürfen. Wir werden im Juli oder August, nach Ende der Transferperiode, darüber entscheiden“, erklärte Hoeneß.
Diese Vorgehensweise sei rechtlich vorgegeben und gelte im Übrigen ebenso für Vorstandschef Jan-Christian Dreesen, dessen Vertrag ebenfalls bis zum 30. Juni 2027 datiert ist.
Damit widerspricht Hoeneß nicht den jüngsten Aussagen Eberls, der zuletzt öffentlich betont hatte, dass bislang keinerlei Gespräche über eine Verlängerung stattgefunden hätten. Der 52-Jährige zeigte sich dabei offen und gesprächsbereit, sollte der Klub auf ihn zukommen. Genau dieses Szenario scheint jetzt zeitlich klar eingeordnet: Eine Entscheidung ist frühestens im kommenden Sommer realistisch.
Hoeneß betont „sehr gutes Verhältnis“

Auch persönlich fand Hoeneß deutliche Worte. Nachdem er Eberl im vergangenen Sommer noch eine gewisse „Empfindlichkeit“ attestiert hatte, stellte er nun klar: „Wir haben ein sehr gutes, offenes Verhältnis. Das heißt aber nicht, dass man nicht auch etwas Kritisches sagen kann.“
Der 74-Jährige unterstrich dabei die Diskussionskultur beim Rekordmeister. Der FC Bayern habe sich stets dadurch ausgezeichnet, dass intern ehrlich und auch hart debattiert werde. Gleichzeitig lobte er die Entwicklung der sportlichen Führung. „Die ganze sportliche Führung mit Max, Christoph Freund und Vincent Kompany hat sich in den vergangenen Monaten gut entwickelt. Das funktioniert.“
Der Seitenhieb auf die Vergangenheit blieb dabei nicht aus: „Mit Thomas Tuchel hat es zuvor überhaupt nicht funktioniert.“
Die Botschaft ist eindeutig. Eberl steht aktuell nicht zur Disposition, genießt intern Rückhalt – eine Vertragsverlängerung ist jedoch an den formalen Rahmen gebunden und wird erst nach dem Transfersommer 2026 konkret bewertet werden.
Bis dahin gilt für den Sportvorstand: liefern. Und genau darauf scheint der FC Bayern derzeit seinen Fokus zu legen.
