Hoeneß dämpft Erwartungen für den Transfer-Sommer beim FC Bayern

Sebastian Mittag

Während viele Fans auf einen spektakulären Transfersommer 2026 hoffen, schlägt Uli Hoeneß deutlich leisere Töne an. Der Ehrenpräsident des FC Bayern macht klar, dass wirtschaftliche Vernunft oberste Priorität genießt – selbst wenn dadurch vermeintliche Wunschtransfers auf der Strecke bleiben.

„Ich sehe es so: Gerade der FC Bayern hat in diesem Jahr bewiesen, dass wir die Zeichen der Zeit erkannt haben. In dem Moment, in dem wir gemerkt haben, dass unser Festgeldkonto immer kleiner wird, haben wir die Bremse reingehauen. Unsere Transferbilanz ist sehr ausgeglichen, zudem sind wir dabei, den Kader zu verkleinern. Hätten wir alle Spieler verpflichtet, über die wir gesprochen haben, hätten wir heute kein Festgeldkonto mehr und für die Finanzierung Kredite aufnehmen müssen. Genau das war für uns der entscheidende Impuls, ‚Nein‘ zu sagen“, erklärte Hoeneß im Gespräch mit der BILD.

Hoeneß verwies darauf, dass sich dieser Kurs bislang sportlich ausgezahlt habe. Statt teurer Neuzugänge setzte man verstärkt auf interne Lösungen und junge Spieler: „Im Gegenteil. Wir haben unseren Jungs bewusst Chancen gegeben. Hätten wir mehr Spieler geholt, wäre der Trainer verpflichtet gewesen, sie auch einzusetzen. Aber dann spielt kein Karl, vielleicht kein Stanisic oder kein Pavlovic. Der Erfolg bestärkt uns darin, dass das der Weg des FC Bayern sein muss“, so der Bayern-Patriarch.

Hoeneß verweist auf Eigengewächse des FC Bayern

Gerade die Entwicklung von Eigengewächsen und jungen Profis wie Aleksandar Pavlovic oder Josip Stanisic untermauert aus Sicht der Verantwortlichen den eingeschlagenen Weg. Große Namen um jeden Preis sollen künftig nicht mehr das Leitmotiv sein.

Uli Hoeneß, Jan-Christian Dreesen, Herbert Hainer
Foto: IMAGO

Auch für den kommenden Sommer kündigt Hoeneß Zurückhaltung an: „Wir werden auch im Sommer auf dem Transfermarkt nicht die großen Töne spucken. Das Credo ist: Transfers dürfen nicht dazu führen, dass wir uns verschulden. Da gibt es für mich kein Pardon.“

Ganz ohne finanzielle Spielräume ist der Rekordmeister dennoch nicht. Hoeneß stellte klar: „Wir haben grundsätzlich immer Reserven. Die Saison verläuft bisher sehr gut. Mit sieben Siegen in der Champions League haben wir bereits mehr als 14 Mio. Euro (2,1 Mio. pro Sieg, Anm. d.Red.) verdient, mit denen wir gar nicht kalkuliert hatten. Aber ob das Festgeldkonto eine Renaissance erlebt, wissen wir erst mit Ablauf des Geschäftsjahres genau.“

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