Nach Upamecano-Saga: Bayern-Patron Hoeneß sagt Beratern den Kampf an

Vjekoslav Keskic

Der Vertrags-Poker um Dayot Upamecano hat beim FC Bayern nicht nur sportliche Fragen aufgeworfen, sondern eine Grundsatzdebatte ausgelöst. Uli Hoeneß nutzt nun die Bühne für eine klare Ansage – und richtet sie direkt an die Spielerberater.

Im Interview mit der BILD machte der Ehrenpräsident deutlich, dass ihn die jüngsten Entwicklungen „entsetzt“ hätten. Konkrete Zahlen zum neuen Upamecano-Vertrag – rund 20 Millionen Euro Jahresgehalt, ein Handgeld im Bereich von knapp 20 Millionen Euro sowie eine Ausstiegsklausel für 2027 – wollte Hoeneß zwar nicht kommentieren. Doch zwischen den Zeilen wurde klar, wie sehr ihn die Dynamik der Verhandlungen gestört hat.

„Über den gesamten Vertrag haben wir in den vergangenen Tagen intern diskutiert“, erklärte Hoeneß. Gemeinsam mit Herbert Hainer, Max Eberl, Jan-Christian Dreesen und Karl-Heinz Rummenigge sei man sich einig: „Wir werden dieses ganze Berater-Thema zur Diskussion stellen.“

„Sie verdienen viel zu viel Geld“

Hoeneß’ Kritik richtet sich vor allem gegen die aus seiner Sicht ausufernden Forderungen. „Ihr Beitrag steht zunehmend in keinem Verhältnis mehr zur Honorierung“, sagte er mit Blick auf die Berater. Teilweise gehe es „nicht über drei Mittagessen mit uns hinaus“ – dennoch würden Summen aufgerufen, die in keinem gesunden Verhältnis mehr stünden.

Besonders deutlich wurde der 74-Jährige beim Thema Handgeld. Im Fall Upamecano sei aus seiner Sicht der Eindruck entstanden, dass Berater entweder den Preis beim FC Bayern hochtreiben oder einen Wechsel zu einem anderen Klub forcieren wollten – und im Gegenzug dennoch eine hohe Zahlung vom Verein erwarteten. „Das ist ein Widerspruch in sich, den wir so nicht länger hinnehmen sollten“, so Hoeneß.

Bayern will häufiger „Nein“ sagen

Uli Hoeneß
Foto: IMAGO

Auf die Frage, welche Hebel der Verein überhaupt habe, um diese Entwicklung einzudämmen, formulierte Hoeneß eine klare Strategie: „Wir werden verstärkt ‚Nein‘ sagen und diesen Wahnsinn nicht mitmachen.“

Im Extremfall könne man einem Spieler auch unmissverständlich mitteilen: „Wenn dein Berater weiter so unverschämt verhandelt, werden wir mit ihm nicht mehr über deine Zukunft bei uns sprechen.“

Noch weiter ging er bei einem möglichen nächsten Schritt: Der FC Bayern denke darüber nach, Berater, die sich aus Sicht des Klubs unfair verhalten, künftig auf eine interne Liste zu setzen. „Dann würden wir sagen, dass wir Spieler, die er vertritt, nicht mehr verpflichten werden.“

Dass der Verein im Upamecano-Fall das Angebot zwischenzeitlich schriftlich zurückzog und erst nach einem klaren Bekenntnis des Spielers wieder vorlegte, wertet Hoeneß als Signalwirkung. Das „Nein“ habe am Ende Wirkung gezeigt. Und genau dieses Wort soll künftig häufiger fallen.

Der Machtkampf zwischen Klubs und Beratern spitzt sich damit weiter zu – und der FC Bayern positioniert sich klar.

Teile diesen Artikel