„Besondere Bedeutung“: Eberl erklärt explodierende Handgelder

Sebastian Mittag

Handgelder sorgen im modernen Transfergeschäft immer wieder für Diskussionen – besonders dann, wenn ablösefreie Spieler hohe Summen kassieren. Bayern-Sportvorstand Max Eberl hat nun erklärt, warum diese Zahlungen zuletzt immer weiter an Bedeutung gewonnen haben.

Im Interview mit SPORT1 ordnete Eberl die Entwicklung ein und verwies auf strukturelle Veränderungen im Fußballgeschäft: „Die Summen haben sich durchaus verändert und in Zeiten des Transferjournalismus wird auch mehr darüber diskutiert, aber Boni haben in solchen Verhandlungen schon immer eine Rolle gespielt. Vor allem seit dem Bosman-Urteil 1995 sind sie immer wichtiger geworden und alle Beteiligten spielen hier ihre Möglichkeiten aus“, sagte der Bayern-Boss.

Der Hintergrund: Seit dem Bosman-Urteil können Spieler nach Vertragsende ablösefrei wechseln. Während früher meist nur aussortierte Profis ohne Ablöse den Verein verließen, gehen heute auch Leistungsträger bewusst ins letzte Vertragsjahr – mit dem Ziel, sich ihre Marktposition zu vergolden.

Eberl: „Viele Spieler gehen das Risiko ein“

Eberl erklärt diesen Mechanismus: „Vor vielen Jahren war ein Spieler meist nur dann ablösefrei, wenn er vom Verein aussortiert wurde. Mittlerweile gehen viele Spieler einfach das Risiko ein, ins letzte Vertragsjahr zu gehen und schauen dann, was passiert. Das gibt den Handgeldern eine besondere Bedeutung.“

Max Eberl
Foto: IMAGO

Gerade für finanzstarke Klubs wie den FC Bayern ist das ein sensibles Thema. Zwar spart man bei ablösefreien Transfers die klassische Ablösesumme, doch stattdessen steigen oft Handgelder, Beraterhonorare und Gehaltsforderungen. Unterm Strich verschiebt sich die finanzielle Belastung – sie verschwindet nicht.

Die Aussagen Eberls kommen zu einem Zeitpunkt, an dem in München mehrere Vertragsgespräche laufen oder zuletzt geführt wurden. Dabei geht es nicht nur um Gehälter, sondern eben auch um Boni, Unterschriftsprämien und langfristige Rahmenbedingungen.

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