Boss-Überraschung! Politiker wird Aufsichtsratsmitglied beim FC Bayern

Sebastian Mittag

Prominenter Neuzugang in der Führungsetage des FC Bayern: Nach Informationen der Münchner Abendzeitung zieht Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter in den Aufsichtsrat des Rekordmeisters ein. Bei der turnusmäßigen Sitzung in der letzten Februar-Woche soll der 67-Jährige erstmals im Kreis der Entscheidungsträger Platz nehmen.

Damit übernimmt der SPD-Politiker eine noch einflussreichere Rolle beim deutschen Branchenprimus – und das ausgerechnet wenige Tage vor der anstehenden Oberbürgermeisterwahl am 8. März, bei der Reiter auf seine Wiederwahl hofft.

Dass Reiter dem FC Bayern eng verbunden ist, ist kein Geheimnis. Seine Fan-Leidenschaft betonte er bereits in der Vergangenheit mehrfach: „Ich war als Fünfjähriger das erste Mal im Grünwalder Stadion, mit meinem Vater, und als ich Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Sepp Maier gesehen habe, war es um mich geschehen: einmal Bayer, immer Bayer!“

Künftig sitzt Reiter damit an einem Tisch mit Persönlichkeiten wie Aufsichtsratschef Herbert Hainer, Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge. Als Aufsichtsratsmitglied ist er an zentralen Entscheidungen beteiligt – etwa bei strategischen Weichenstellungen, Vertragsfragen oder personellen Themen.

Reiter wird Nachfolger von Stoiber

Reiter folgt auf den früheren bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU), der über Jahrzehnte hinweg eine prägende Figur im Verwaltungsbeirat des Klubs war. Bereits am 7. Februar hatte der FC Bayern offiziell bekanntgegeben, dass Reiter den Vorsitz im Verwaltungsbeirat übernimmt und Stoiber ablöst. Laut Satzung rückt der Vorsitzende dieses Gremiums automatisch in den Aufsichtsrat auf.

Dieter Reiter
Foto: IMAGO

Präsident Herbert Hainer würdigte Stoibers Engagement mit deutlichen Worten: „Der FC Bayern ist Dr. Edmund Stoiber zutiefst dankbar, weil er dem Verein über Jahrzehnte als einzigartig versierter Ratgeber in allen denkbaren Angelegenheiten stets zur Seite gestanden ist. Sein Engagement besonders als Vorsitzender unseres Verwaltungsbeirats war beispiellos. Wer einen Edmund Stoiber in seinen Reihen weiß, ist bestens aufgestellt. Er wird auch in Zukunft eine wichtige Anspielstation bleiben.“

Reiter selbst erklärte in der Klub-Mitteilung: „Gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen wollen wir in diesem Gremium unserem Verein mit Rat zur Seite stehen und einen kleinen Teil zum Gesamterfolg beitragen.“

Für den Oberbürgermeister ist es damit nicht nur ein politisch, sondern auch emotional bedeutender Schritt – beim „Verein meines Herzens“, wie er den FC Bayern selbst einmal bezeichnete.

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