Aussprache mit Mourinho? Das sagt Bayern-Trainer Vincent Kompany

Vjekoslav Keskic

Vincent Kompany hat im Zuge der Rassismus-Debatte rund um Real Madrids Vinicius Jr. klare Haltung gezeigt – und dabei auch deutliche Kritik an José Mourinho geübt. Der Trainer des FC Bayern bezeichnete den Umgang seines Trainerkollegen mit den Vorwürfen als „großen Führungsfehler“ und positionierte sich unmissverständlich gegen jede Form der Relativierung.

Hintergrund sind Aussagen Mourinhos, der die Rassismus-Vorwürfe im Zusammenhang mit Vinicius’ provokantem Torjubel eingeordnet hatte. Kompany reagierte darauf mit einem fast zwölfminütigen Statement, in dem er nicht nur die Situation rund um den brasilianischen Offensivspieler thematisierte, sondern auch persönliche Erfahrungen schilderte. Der Belgier sprach offen über eigene Erlebnisse mit Rassismus während seiner aktiven Karriere, unter anderem in seiner Zeit als Kapitän der belgischen Nationalmannschaft.

„Er hat einen Fehler gemacht“

Trotz seiner klaren Kritik bemühte sich Kompany um Differenzierung. Er betonte, dass er Mourinho als Person nicht grundsätzlich infrage stellen wolle. „Ich habe hundert Leute getroffen, die mit Mourinho zusammengearbeitet hätten und nichts Negatives über ihn berichten könnten“, erklärte der Bayern-Coach. Gleichzeitig machte er jedoch deutlich, dass er die konkreten Aussagen des Portugiesen für problematisch halte.

„Ich weiß also, dass er ein guter Mensch ist, ich muss ihn nicht als Person beurteilen. Aber ich weiß, was ich gehört habe und verstehe vielleicht, was er getan hat – er hat einen Fehler gemacht und hoffentlich passiert so etwas in Zukunft nicht mehr“, so Kompany.

Es sei nachvollziehbar, dass Mourinho seinen Verein verteidigen wolle, doch bei sensiblen Themen wie Rassismus müsse die Verantwortung größer sein als sportliche Rivalitäten oder emotionale Reaktionen. Mit der Wortwahl „großer Führungsfehler“ setzte Kompany dabei bewusst ein Signal, das weit über den konkreten Einzelfall hinausgeht.

Gespräch zwischen Kompany und Mourinho?

Vincent Kompany
Foto: IMAGO

Gerüchten zufolge soll es nach Kompanys öffentlichem Statement zu einem direkten Austausch zwischen den beiden Trainern gekommen sein. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es nicht, doch die Spekulationen hielten sich hartnäckig.

Nach dem Bundesliga-Spiel gegen Eintracht Frankfurt wurde Kompany erneut auf das Thema angesprochen. Der Bayern-Trainer wollte die Debatte jedoch nicht weiter befeuern. „Ich glaube, ich habe gestern alles dazu gesagt. Es war eine sehr spontane, offene und ehrliche Meinung zu dieser Situation. Heute ist ein Tag für positive Fußballthemen. Alles wurde gestern gesagt. Ich kann dazu nichts weiter sagen.“

Damit machte der 39-Jährige deutlich, dass für ihn nun wieder der sportliche Alltag im Vordergrund steht. Seine Haltung in der Causa Vinicius ist jedoch klar dokumentiert. Kompany hat Stellung bezogen – sachlich, persönlich und mit einer klaren Botschaft gegen jede Form von Relativierung bei Rassismus-Vorwürfen.

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