Nicolas Jackson spielt beim FC Bayern sportlich nur noch eine Nebenrolle und die Zeichen verdichten sich, dass dieses Kapitel im Sommer enden könnte. Beim 3:2-Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt saß der 24-Jährige erneut über 90 Minuten auf der Bank. Eine Szene mit Symbolcharakter in einer Saison, in der sich seine Perspektive zunehmend eingetrübt hat.
Zwar stand der Senegalese gegen Frankfurt im Kader, doch Einsatzzeit erhielt er keine. Seine letzte Torbeteiligung für den deutschen Rekordmeister datiert aus dem November, als er beim 3:1 gegen den FC St. Pauli in der Nachspielzeit traf. Danach folgten Wochen ohne nennenswerte Akzente – auch bedingt durch seine Teilnahme am Afrika-Cup, den er mit Senegal gewann. Seit seiner Rückkehr allerdings kommt Jackson kaum noch zum Zug.
Auf der Pressekonferenz nach dem Frankfurt-Spiel wurde Vincent Kompany auf die Situation des Angreifers angesprochen. Der Bayern-Trainer wich einer klaren Zukunftsprognose aus. „Wir genießen es, Nicolas Jackson bei uns zu haben. Jede Entscheidung über den Sommer wird mit Nicolas selbst und zwischen den Klubs besprochen. Ich habe jetzt keine Antwort. Das Einzige, was ich weiß, ist, dass wir sehr glücklich sind, ihn zu haben“, erklärte der Belgier.
Viel Lob, wenig Perspektive

Kompanys Worte klangen freundlich, aber unverbindlich. Konkrete Rückendeckung im Sinne einer sportlichen Perspektive über den Sommer hinaus blieb aus. Stattdessen verwies der 39-Jährige auf Gespräche nach Saisonende. Eine Entscheidung sei noch nicht getroffen, doch zwischen den Zeilen lässt sich interpretieren, dass die Verantwortlichen ihre Optionen prüfen.
Dabei begann Jacksons Zeit in München durchaus vielversprechend. In den ersten Monaten sammelte er mehrere Treffer und einen Assist, auch wenn diese meist in bereits entschiedenen Partien fielen. Wettbewerbsübergreifend stehen fünf Tore und eine Vorlage zu Buche. Zahlen, die solide wirken, aber im Kontext der Bayern-Offensive relativiert werden müssen.
Hohe Kosten, geringe Rolle
Mit bislang 121 Pflichtspieltreffern präsentiert sich der FCB als Offensivmaschine. Der Anteil Jacksons daran fällt überschaubar aus. Im Sturmzentrum ist Harry Kane gesetzt, dahinter drängen flexible Offensivkräfte, die mehrere Positionen bekleiden können. Für einen klassischen Backup-Stürmer bleibt in diesem Gefüge wenig Raum – vor allem, wenn er kaum Spielrhythmus erhält.
Hinzu kommt die wirtschaftliche Komponente. Für die einjährige Leihe werden 16,5 Millionen Euro fällig, dazu kommt ein Gehalt im zweistelligen Millionenbereich. Angesichts dieser Investition ist die sportliche Ausbeute zumindest diskutabel. In München wird intern genau abgewogen, ob dieses Paket in der kommenden Saison erneut geschnürt werden soll.
Stand Februar 2026 deutet vieles darauf hin, dass sich die Wege nach Saisonende wieder trennen. Offiziell ist nichts entschieden, doch die Rollenverteilung ist klar. Während Kane unverzichtbar bleibt, kämpft Jackson um Minuten – bislang ohne nachhaltigen Erfolg. Kompany vermeidet klare Aussagen. Doch gerade dieses Schweigen spricht Bände.
