Nach Zittersieg gegen Frankfurt: Jamal Musiala warnt Bayern

Vjekoslav Keskic

Der FC Bayern hat gegen Eintracht Frankfurt drei Punkte eingefahren – doch das 3:2 fühlte sich am Ende weniger souverän an, als es der zwischenzeitliche Spielstand vermuten ließ. Aus einer komfortablen 3:0-Führung wurde in der Schlussphase plötzlich eine Zitterpartie. Noch während der Jubel über den Heimsieg verhallte, richtete sich der Blick in München bereits auf das kommende Gipfeltreffen bei Borussia Dortmund.

„Wir haben uns eine sehr gute Ausgangslage geschaffen“, erklärte Sportvorstand Max Eberl nach dem Spiel mit Blick auf das Topspiel am kommenden Wochenende. Mit acht Punkten Vorsprung auf den ersten Verfolger reisen die Bayern zum BVB. Ein Polster, das beruhigend wirkt – und doch beinahe geschmolzen wäre.

Denn gegen Frankfurt ließen die Münchner in den letzten Minuten deutlich nach. Ein von Harry Kane verschuldeter Elfmeter und ein schwerer Defensivpatzer brachten die Hessen zurück ins Spiel. „Natürlich wünschst du dir diese Zittermomente nicht“, gab Eberl offen zu. „Aber das gehört zur Bundesliga dazu und kann auch wieder dafür sensibilisieren, dass eben nichts vorbei ist.“

Musiala fordert maximale Konzentration

Jamal Musiala
Foto: IMAGO

Noch klarer wurde Jamal Musiala. Der Nationalspieler nutzte die Gelegenheit für eine deutliche Ansage an die eigene Mannschaft. „Lernen“ müsse man aus dieser Phase, betonte der 22-Jährige bei Sky. „Für unsere Ziele können wir so Momente nicht haben.“

Es sind Worte, die den Anspruch des Offensivstars unterstreichen. Der FC Bayern will mehr als nur nationale Dominanz. Dafür, so Musiala, brauche es konstante Konzentration. „Wir müssen unsere Energie, unseren Fokus immer bei hundert Prozent halten.“ Eine Warnung zur rechten Zeit – gerade vor einem Spiel in Dortmund, das traditionell eigene Gesetze schreibt.

Kompany sieht auch den Charakter

Trainer Vincent Kompany wollte die wilden Schlussminuten nicht ausschließlich negativ bewerten. „Wir sind heiß drauf“, sagte der Belgier mit Blick auf das Duell beim BVB. Gleichzeitig erkannte er im knappen Erfolg auch eine positive Komponente. „Es zeigt auch Charakter, das Spiel trotzdem über die Linie zu bringen.“

Genau dieser Charakter wird in Dortmund gefragt sein. Acht Punkte Vorsprung sind komfortabel, aber kein Freifahrtschein. Der Zittersieg gegen Frankfurt war Warnung und Bestätigung zugleich. Die Bayern können dominieren – doch sie dürfen nicht nachlassen.

Musialas Worte hallen nach. Für die ganz großen Ziele reicht es nicht, nur 80 Minuten auf Topniveau zu spielen. In Dortmund wird sich zeigen, ob der Rekordmeister die richtige Lehre gezogen hat.

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