Beim FC Bayern ist die Innenverteidigung eigentlich ein Kapitel, das man frühzeitig abhaken wollte. Mit der Vertragsverlängerung von Dayot Upamecano und der Verpflichtung von Jonathan Tah haben die Münchner ihre vermeintliche Wunschbesetzung für die Abwehrzentrale fixiert. Doch hinter dem Duo könnte sich im Sommer eine unerwartete Hängepartie entwickeln – und der Name Min-jae Kim spielt dabei eine zentrale Rolle.
Wie SPORT1 berichtet, wünschen sich die Bayern-Verantwortlichen hinter Upamecano und Tah einen Stellvertreter auf vergleichbarem Niveau. Kim, aktuell die Nummer drei in der Hierarchie, erfülle dieses Anforderungsprofil aus Sicht der Bosse nicht vollumfänglich. Entsprechend sei die Innenverteidigung trotz vermeintlicher Planungssicherheit weiterhin ein Thema für die kommende Transferperiode.
Bayern prüft Alternativen – doch erst muss verkauft werden
Dem Bericht zufolge halten die Münchner Verantwortlichen im Hintergrund bereits Ausschau nach möglichen Alternativen. Namen wie Nico Schlotterbeck von Borussia Dortmund, Luka Vuskovic vom Hamburger SV oder Yann Aurel Bisseck von Inter Mailand kursieren weiterhin rund um die Säbener Straße. Konkrete Schritte sind jedoch an eine Bedingung geknüpft: Erst müssten eigene Spieler abgegeben werden, bevor man selbst aktiv werden kann.
Und genau hier liegt offenbar das Problem. Für Kim wird demnach nicht händeringend ein Abnehmer gesucht, bei einem passenden Angebot stünde der Südkoreaner aber wohl zum Verkauf. Die Bayern würden sich also zumindest gesprächsbereit zeigen – sofern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen.
Kim denkt nicht an Abschied

Die Krux an der Sache: Kim selbst soll keinerlei Wechselabsichten hegen. Laut SPORT1 will der 29-Jährige den FC Bayern überhaupt nicht verlassen. Ein entscheidender Faktor dürfte dabei auch das Gehalt sein. Dem Vernehmen nach verdient Kim rund 17 Millionen Euro pro Saison in München. Eine Summe, die potenzielle Interessenten wohl nur schwer mitgehen könnten.
Zuletzt wurden insbesondere der FC Chelsea und Tottenham Hotspur als mögliche Abnehmer gehandelt. Die BILD berichtete von entsprechendem Interesse aus der Premier League. Doch angesichts der finanziellen Dimensionen erscheint ein Transfer alles andere als einfach. Sollten interessierte Klubs nicht bereit sein, ein vergleichbares Gehalt zu zahlen, könnten entsprechende Gedankenspiele schnell wieder vom Tisch sein.
Sportvorstand Max Eberl hatte zuletzt ohnehin betont, dass in der Defensive kein akuter Handlungsbedarf bestehe. „Die Kaderplanung in der Innenverteidigung für die neue Saison ist vorerst abgeschlossen“, erklärte Eberl und ergänzte: „Wir haben den Punkt erreicht, an dem wir im Hinblick auf Kaderplanung nicht getrieben sind. Wir können ganz in Ruhe entscheiden, was als Nächstes passiert.“
Doch genau diese Ruhe könnte trügerisch sein. Wenn Kim bleiben will und gleichzeitig nicht als ideale Nummer drei gesehen wird, droht den Bayern im Sommer ein kompliziertes Abwehr-Puzzle. Klar ist: Ohne Bewegung auf der Abgangsseite wird sich auch auf der Zugangsseite wenig tun. Und so könnte aus der vermeintlichen Planungssicherheit schnell eine Hängepartie werden.
