„Keine Ausreden“: Jamal Musiala setzt sich selbst unter Druck

Tim Schoster

Jamal Musiala hat beim 3:2-Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt mehr als nur ein ordentliches Bundesliga-Spiel absolviert. Der 22-Jährige setzte ein Zeichen – sportlich wie mental. Nach Monaten voller Reha, Geduld und Aufbauarbeit stand der Offensivstar des FC Bayern erstmals wieder in der Allianz Arena in der Startelf. Ein Moment, der für ihn selbst eine besondere Bedeutung hatte.

„Mein erster Start in der Allianz Arena“, sagte Musiala nach der Partie und ergänzte zufrieden: „Ich bin zufrieden mit heute, viel gerannt, gute Aktionen.“ Es waren Worte, die Erleichterung und Ehrgeiz zugleich transportierten. Der Nationalspieler suchte immer wieder den Weg in die Tiefe, forderte Bälle, suchte den Abschluss. Noch fehlte in manchen Situationen die letzte Selbstverständlichkeit, doch seine Präsenz war unübersehbar.

Seit gut einem Monat gehört Musiala wieder fest zum Kader der Münchner, neunmal stand er im Aufgebot. In der Startelf hatte er zuvor lediglich beim Champions-League-Spiel in Eindhoven gestanden. Das Comeback in der Bundesliga-Startformation in der Allianz Arena war daher ein wichtiger Schritt – auch für das eigene Selbstvertrauen.

„Wenn ich schlecht spiele, spiele ich schlecht“

Jamal Musiala
Foto: IMAGO

Trotz seiner langen Verletzungspause will Musiala keine Sonderrolle für sich beanspruchen. Seine Worte nach Abpfiff klangen bemerkenswert klar. „Wenn ich auf dem Platz stehe, muss ich liefern. Wenn ich schlecht spiele, spiele ich schlecht“, stellte er unmissverständlich klar. Für ihn gebe es „keine Ausreden“. Entscheidend sei, „Spiel für Spiel Schritte nach vorne zu machen“.

Nach seinem Wadenbeinbruch bei der Klub-WM im vergangenen Sommer kämpfte sich Musiala Stück für Stück zurück. Dabei geht es nicht nur um Fitness, sondern auch um den Kopf. „Nicht an den Fuß zu denken“, sei für ihn ein zentraler Punkt. Unterbewusst spiele die Verletzung zwar manchmal noch eine Rolle, doch der Fokus liege klar auf Fortschritten und Stabilität.

Um sein Bein weiter zu kräftigen, absolviert der Offensivspieler zusätzliche Einheiten. „Ich mache viele Extrasachen“, erklärte er. Mit seiner Entwicklung zeigt er sich zufrieden: „Mit den Steps bin ich glücklich.“ Die lange Zwangspause habe ihm zudem etwas Wichtiges mitgegeben: „Durch die Verletzung Geduld gelernt.“

WM fest im Blick

Musiala denkt längst weiter. Auf die Frage, ob er bei den anstehenden Länderspielen im März wieder für die deutsche Nationalmannschaft zur Verfügung stehen wolle, antwortete er mit einem klaren „Ja“. Zweifel an seiner Einsatzfähigkeit ließ er nicht erkennen.

Auch mit Blick auf die Weltmeisterschaft im Sommer formulierte der Bayern-Star ein selbstbewusstes Ziel. Er gehe davon aus, dann topfit zu sein. Ein Anspruch, der zu seinem Naturell passt – und zum sportlichen Anspruch des FC Bayern.

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