Torwart-Debatte vor dem Klassiker: Matthäus stellt sich klar hinter Urbig

Vjekoslav Keskic

Beim FC Bayern steht vor dem Bundesliga-Kracher bei Borussia Dortmund eine heikle Personalentscheidung an. Acht Punkte Vorsprung haben die Münchner auf den BVB, am kommenden Wochenende könnte im direkten Duell eine Vorentscheidung im Meisterrennen fallen. Doch vor allem eine Frage bewegt Fans und Experten gleichermaßen: Wer steht im Bayern-Tor?

Manuel Neuer hatte sich einen Muskelfaserriss zugezogen und fehlte zuletzt beim 3:2-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt. Dort vertrat ihn Jonas Urbig – und machte seine Sache ordentlich. Nun besteht die Möglichkeit, dass Neuer rechtzeitig für den Klassiker fit wird. Doch Lothar Matthäus würde von einem Comeback auf den letzten Drücker abraten.

„Die Gesundheit von Neuer sollte vor dem Ergebnis stehen“

Jonas Urbig
Foto: IMAGO

Der Rekord-Nationalspieler positionierte sich bei Sky deutlich. „Die Gesundheit von Neuer sollte vor dem Ergebnis vom Klassiker stehen“, betonte Matthäus. Für ihn steht fest, dass der FC Bayern kein Risiko eingehen sollte, das einen längeren Ausfall des Kapitäns zur Folge haben könnte.

Zugleich sprach Matthäus Jonas Urbig großes Vertrauen aus. „Und ich glaube, mit Urbig hat man wirklich einen guten Ersatz, der gerade in den engen Spielen in Eindhoven, letztes Jahr Champions League in Leverkusen, hervorragend gehalten hat.“ Für den TV-Experten wäre es daher kein Problem, wenn der Youngster auch in Dortmund zwischen den Pfosten stünde.

Mehr noch: Matthäus sieht darin sogar ein Signal für die Zukunft. „Und wenn man ihm schon für die Zukunft vertrauen möchte, dann sollte man ihm auch das zutrauen, in Dortmund beim Klassiker am nächsten Samstag, Manuel Neuer zu vertreten.“ Eine klare Forderung – und durchaus überraschend, wenn man die Bedeutung des Spiels berücksichtigt.

Druck liegt beim BVB

Gegen Frankfurt zeigte Urbig eine starke Leistung und war bei beiden Gegentoren letztlich machtlos. Die Diskussion um das zweite Gegentor sorgte zwar intern für unterschiedliche Einschätzungen, doch ein grober Fehler war dem Ersatzkeeper nicht anzulasten.

Hinzu kommt die komfortable Ausgangslage in der Tabelle. Der Druck liegt vor dem Topspiel eindeutig bei Borussia Dortmund. Nur ein Sieg würde dem BVB realistische Chancen auf eine Aufholjagd lassen. Der FC Bayern hingegen kann mit der besten Offensive der Liga – bereits 85 Treffer stehen zu Buche – selbstbewusst auftreten.

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