Matthias Ginter wurde im Sommer 2014 Weltmeister – mit gerade einmal 20 Jahren. Zwar kam der damalige Abwehrspieler des SC Freiburg beim Turnier in Brasilien nicht zum Einsatz, dennoch galt er als eines der vielversprechendsten Defensivtalente Deutschlands. Nach dem Titelgewinn stand für ihn ein Wechsel an – und der hätte beinahe zum FC Bayern geführt.
Im Podcast Copa TS blickte Ginter auf diesen entscheidenden Sommer seiner Karriere zurück. Dabei offenbarte er, dass gleich mehrere Topklubs um ihn warben. „Ich habe damals mit Lucien Favre telefoniert, mit Jürgen Klopp und mich auch einmal mit Matthias Sammer getroffen, der war damals bei Bayern Sportdirektor“, erzählte der Innenverteidiger.
Bayern zog sich zurück

Besonders brisant aus Münchner Sicht: Auch der FC Bayern beschäftigte sich konkret mit Ginter. Ein Treffen mit dem damaligen Sportdirektor Sammer unterstreicht, wie ernsthaft das Interesse gewesen sein muss. Doch am Ende kam es anders.
„Bayern hat sich dann mehr oder weniger zurückgezogen“, berichtete Ginter weiter. Der Grund lag offenbar in der strategischen Ausrichtung der Münchner Defensive. „Sie waren damals als Nummer 4-Innenverteidiger an einem ganz jungen oder an einem erfahrenen dran. Bayern hat dann einen erfahrenen mit Mehdi Benatia gewählt.“
Damit fiel die Entscheidung gegen das Talent – und für Routine. Benatia kam damals von der AS Rom an die Säbener Straße, während Ginter sich schließlich für Borussia Dortmund entschied.
Rückblickend markierte dieser Sommer einen Wendepunkt in Ginters Laufbahn. Der Wechsel zum BVB brachte ihm wertvolle Erfahrungen auf internationaler Bühne, später folgten Stationen bei Borussia Mönchengladbach und wieder beim SC Freiburg. Aus dem jungen Weltmeister ohne Einsatz wurde ein gestandener Bundesliga-Profi und Nationalspieler (51 Einsätze, 2 Tore).
